"Bücher" vom 28.06.2011
Köbis fünfter Fall - Stirb, schöner Engel
Der 9. Dezember 1973 war der erste wegen der Ölkrise autofreie Sonntag in der Schweiz und zugleich der Tag, an dem der junge Polizeigefreite Gion Kundert an der Gerechtigkeit zu zweifeln begann.
Beitrag:
Udo Feist
Redaktion:
Anja Schermuly
In einem Skiort wird an dem Tag das Zgraggen Heidi mit buchstäblich umgedrehtem Hals aufgefunden. Gion kann den Täter ermitteln, aber dessen Vater hat Einfluss und lässt Beweise unterdrücken. Fast 40 Jahre später trifft Hobbyermittler Jakob „Köbi“ Robert in Zürich seine alte Liebe Mia wieder, die ihn um Hilfe bittet. Wieder wurde eine junge Frau bestialisch ermordet, und erneut steht der mutmaßliche Täter von damals – nun erfolgreicher Anwalt und Kunstmäzen – in Tatverdacht. Köbi lässt sich erweichen, hofft er doch bei Mia zu landen und außerdem endlich einmal „einen richtigen Sauhund zu Fall zu bringen“. Kundert, der Polizeigefreite von damals und jetzt Kommissar, hilft ihm dabei. Aber Köbi steht sich wieder selbst im Weg, ganz wie wir ihn kennen und schätzen. „Stirb, schöner Engel“ ist schon der fünfte „Köbi ermittelt“-Roman von Stephan Pörtner (geb. 1965). Mit seinem Helden verbinden ihn eine aufrührerische Jugend in Zürich Ende der 70er Jahre und viele Gelegenheitsjobs. „Stirb, schöner Engel“ hat sympathische Helden, eine starke Story und einen Stil so trocken, würzig und wärmend wie gut abgelagertes Eichenholz im Kamin. Mit den großen Schweizer Krimiautoren Friedrich Glauser und Friedrich Dürrenmatt darf Pörtner in einem Atemzug genannt werden.
Autor: Stephan Pörtner
Bilgerverlag: Zürich 2011
gebunden, mit Lesebändchen; 398 Seiten, 26 Euro
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