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"Elizabeth wird vermisst" von Emma Healey - WDR 4. Melodien für ein gutes Gefühl.

"Bücher" vom 22.04.2014

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"Elizabeth wird vermisst" von Emma Healey

"Elizabeth wird vermisst" von Emma Healey

Elizabeth wird vermisst – von ihrer Freundin Maud. Aber niemand glaubt ihr. Denn Maud ist über 80 und leidet an Alzheimer. Und deshalb ist Maud auch selber nicht wirklich sicher, ob sie Recht hat oder nicht. Dennoch macht sie sich auf die Suche nach ihrer Freundin. Sie geht zu Elizabeths Haus, um zu schauen, ob sie da ist. Aber wenn sie vor der Türe steht, kann Maud sich nicht erinnern, warum sie eigentlich gekommen ist. Sie findet eine unverschlossene Tür und geht in Elizabeths Haus hinein. Doch als sie dort ist, weiß sie nicht mehr, wo sie ist.

Beitrag: Cathrin Brackmann

Lebendige Erinnerungen und schwindende Gegenwart

Mit Hilfe vieler kleiner Notizzettel versucht Maud, ihre Erinnerungen zu erhalten. Gleichzeitig sind die Erinnerungen aus der Vergangenheit um so lebendiger in ihrem Kopf. Sie weiß noch genau, was sie als junges Mädchen nach dem Krieg erlebt hat. Wie sie mit ihrer Familie gelebt hat. Und was geschah, als eines Tages ihre große Schwester Suckey spurlos verschwand. Damals hat Maud auch versucht, sie zu finden. Jetzt möchte sie das gleiche für ihre Freundin Elizabeth tun.

Aber wird Elizabeth wirklich vermisst? Mauds Umfeld, ihre Tochter Helen und auch die Pflegekraft, die jeden Morgen kommt, reagieren mit Mitleid und Unverständnis. Und sie behandeln sie wie eine Schwachsinnige, findet Maud. Dabei ist sie nur ein wenig vergesslich.

Eine berührende, schmerzvolle Geschichte

Mit sehr viel Einfühlungsvermögen schildert die erst 28jährige Autorin Emma Healey die Geschichte von Maud und ihr Abdriften in das Vergessen. Die ganze Geschichte ist aus der Sicht der alten Dame erzählt, so dass wir als Leser ganz nah an ihr, ihren Gedanken und ihren schwindenden Erinnerungen dran sind.

„Elizabeth wird vermisst“ ist ein sehr berührender Roman, ein trauriger Roman, bei dem wir immer wieder versucht sind, die Hauptfigur ganz fest in die Arme nehmen zu wollen, um sie (vergeblich) vor dem fortschreitenden Vergessen zu bewahren. Gleichzeitig erleben wir die Hilflosigkeit von Mauds Familie, die versucht, der alten Dame ein Stück Normalität im eigenen Haus zu erhalten, was im Laufe der Geschichte immer schwieriger und schließlich unmöglich wird.

Unser Fazit

„Elizabeth wird vermisst“: ein beeindruckendes Debüt einer jungen Autorin, das ins Herz trifft.

Elizabeth wird vermisst

Emma Healey
Bastei Lübbe
352 Seiten
14,99 €

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