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„Tschick“ von Wolfgang Herrndorf - WDR 4. Melodien für ein gutes Gefühl.

"Gut zu wissen - Ausgehen" vom 22.09.2014

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Die Roman-Vorlage hat sich in Deutschland über eine Million Mal verkauft

„Tschick“ von Wolfgang Herrndorf

Das meistgespielte Stück auf deutschen Theaterbühnen heißt „Tschick“. Goethes „Faust“ und Shakespeares „Sommernachtstraum“ kommen erst auf den nächsten Plätzen. „Tschick“ ist eine packende und humorvolle Geschichte um zwei jugendliche Schüler, die abhauen – tolles Theater für Jugendliche, Eltern und Großeltern. Weil man einander danach besser verstehen kann.

Beitrag: Stefan Keim

Ab in den Osten

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Man stelle sich einen alten Lada als fahrbaren Untersatz vor...

Maik ist ein Junge aus gutem Hause. So denken zumindest alle, aber die Mutter ist alkoholkrank und der Vater hat eine Geliebte.
Tschick ist Kind russischer Spätaussiedler. Beide haben keine Freunde in der Schule. Zur Party der begehrtesten Klassenschönheit werden sie natürlich nicht eingeladen. Spontan fahren Maik und Tschick zusammen in den Urlaub, Tschick will seinen Opa in der Walachei besuchen.
Natürlich darf keiner der Jungs Auto fahren, sie tun es aber trotzdem. In einem geklauten Lada kurven sie durch Deutschlands Osten, verfahren sich rettungslos und lernen seltsame Leute kennen.

Ein Stück für Jugendliche und Erwachsene

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Eine Szene aus „Tschick“ des Theaters Aachen

Den Roman „Tschick“ haben schon eine Million Menschen gekauft. Die Theaterbearbeitung sahen allein in der vorletzten Spielzeit fast 100 000 Besucher.

Der Autor Wolfgang Herrndorf hat allerdings nichts von seinem Ruhm. Er litt an einem Hirntumor und tötete sich vor einem Jahr selbst. Sein Stück steht weiter auf fast allen Spielplänen. Und zwar interessanterweise sowohl im Jugendtheater als auch im Abendspielplan für Erwachsene.

Geschichte ist was sehr Konkretes

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Eine Szene der Aufführung des Theaters Kohlenpott in Herne

Eine heraus ragende Aufführung hat das Theater Kohlenpott in Herne auf die Bühne gebracht. Mit vier Schauspielern findet Regisseur Frank Hörner genau den richtigen Ton zwischen Witz und Gefühl. Die beiden enorm sympathisch gespielten Freunde treffen ein wildes, streng riechendes Mädchen, das sich ihnen anschließt und eine gute Freundin wird.
Und dann einen alten Mann, der mit einem Luftgewehr auf sie schießt. Später erzählt er von seinen Erlebnissen im Konzentrationslager und an der Ostfront. Plötzlich bekommen die drei eine Ahnung, was manche Menschen mit sich herum schleppen und dass Geschichte etwas sehr Konkretes ist. Der letzte Teil der Aufführung spielt draußen. Und es kommt zu einer wunderbaren Annäherung zwischen Maik und seiner Mutter.

Witz und Gefühl

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Am prinz regent theater Bochum eine Szene aus „Tschick“

Donnerstag hat „Tschick“ im Wolfgang-Borchert-Theater Münster Premiere. Dort läuft das Stück vor allem abends. Im November kommt dann eine neue Inszenierung am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf, an vielen anderen Theatern steht „Tschick“ ebenfalls auf dem Programm. Weil man so eine Geschichte selten findet, in der Witz und Gefühl stecken.

Außenseiter sind die Helden, und auch die süchtige Mutter und der seltsame Alte sind wunderbare Menschen, zu denen man nur vordringen muss.

Wie gesagt: Ein perfektes Stück für alle Generationen, um einander besser zu verstehen.

Mehr Informationen

„Tschick“ von Wolfgang Herrndorf

Eine Auswahl der vielen Aufführungen in NRW:

Die Aufführung des Theater Kohlenpott Herne läuft als Gastspiel
Sonntag, 28. September um 17 Uhr im
JuTA Düsseldorf
Kasernenstr. 6
40213 Düsseldorf

und oft vormittags in den Flottmann-Hallen Herne

Wolfgang Borchert Theater Münster:

25., 26., 27. September, um 20 Uhr,
28. September, um 18 Uhr,
21., 22., 23., 24. Oktober, um 20 Uhr

Am Mittelhafen 10
48155 Münster
Tel. 0251 – 40019

Im prinz regent theater Bochum läuft „Tschick“ wieder am 28., 29. Oktober, um 20 Uhr.

Im Theater Aachen läuft „Tschick“ am 17. Oktober um 20 Uhr.

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