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Jürgen Gauert - WDR4. Schönes bleibt.

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Jürgen Gauert; Rechte: WDR
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Jürgen Gauert

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Die erste Berührung mit der Operette hatte ich als Grundschüler durch die Unterhaltungssendung "Der blaue Bock" und dank meiner Eltern war ich zum ersten Mal in meiner Geburtsstadt Düsseldorf in der Oper, wo ich 1962 noch vor dem Besuch der Grundschule "Hänsel und Gretel" sah und damit das Musiktheater schätzen lernte.

Da ich mich aber nicht zum Sänger eignete, studierte ich nach dem Abitur Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Kunstgeschichte und Pädagogik in Köln. Während des Studiums hatte ich mein offizielles Bühnendebüt als Statist an der Kölner Oper in der komischen Oper "Die lustigen Weiber von Windsor". Nach einigen Regieassistenzen an Kölner Theatern schloss ich 1981 mein Studium mit dem Magisterexamen ab. Das Thema war die Aufführungsgeschichte von Richard Wagners romantischer Ballade "Der fliegende Holländer", denn Wagner gehört ebenso wie Emmerich Kálmán, Franz Lehár, Richard Strauss, Giacomo Puccini und Richard Rodgers zu meinen Lieblingskomponisten.

Nach dem Studienabschluss war ich zunächst Dramaturgie- und Regieassistent an der Kölner Oper, danach folgte ein Engagement als Dramaturg am Kölner Theater "Der Keller". Als Dramaturg mit Spielverpflichtung konnte ich an den Theatern in Trier und Hagen meiner Liebe zu Operette und Musical auch auf der Bühne nachgehen. Mit Schwung und Begeisterung sang und tanzte ich in "Gräfin Mariza", "Giuditta", "Cabaret", "Maske in Blau" und "Gigi". Nach meinem vorerst letzten Engagement als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit an der Bonner Oper begann ich mich als freier Journalist und Theaterwissenschaftler mit den Schwerpunkten Operette und Musical zu betätigen. Als freier Mitarbeiter des WDR, der Kölner Philharmonie, des Dortmunder Konzerthauses, der Ludwigsburger Schlossfestspiele, der Zeitschrift "Crescendo" und des Bonner "General-Anzeiger" versuche ich in meinen Kommentartexten und Kritiken zu vermitteln, wie schwierig und höchst anspruchsvoll die leider oft geschmähte Kunst der leichten Muse ist.

Mitunter bezeichne ich mich selbstironisch als Operettenforscher. Ein Ergebnis dieser archäologischen Arbeit war 1999 ein musikalisch-literarischer Abend rund um den Drachenfels für das Bonner Stadtmuseum, der Ausschnitte aus Paul Linckes Operette "Fräulein Loreley" und Engelbert Humperdincks Burschenschaftsoper "Gaudeamus" bot, da beide Werke auf dem sagenumwobenen Gipfel in der Nähe Bonns spielen. Über die Beziehungen von Humperdinck zu der Familie Wagner referierte ich bei verschiedenen deutschen Richard-Wagner-Verbänden, ebenso über die legendäre "Zoppoter Waldoper". Auch die Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Bonn wird sich fortsetzen. Mit Rezitatoren, Sängern und Instrumentalisten entstehen unterhaltsame musikalische Portraits, die an lauen Sommerabenden auf der Freiluftterrasse im Bonner Ernst-Moritz-Arndt-Haus dargeboten werden. War es 2002 ein Abend zum Gedenken an Mathilde Wesendonck, so werden die Themen der kommenden Jahre Paul Kemp, Willy Engel-Berger, Charlotte Schiller und August Bungert sein, die alle in Verbindung mit Bonn standen. Und falls sich der Klavierauszug zu Heinrich Lindemanns 1927 in Berlin gespielter Operette "Heinrich Heines erste Liebe" findet, wird auch sie erklingen.

Sollten Sie mich jetzt fragen, was ich an der Operette besonders liebe, dann antworte ich gerne: "Die schönen Melodien, der Glanz vergangener Tage und ein kleines bisschen Glück!"

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