Moderator
Günter vom Dorp
Günter vom Dorp
Das Interesse für's Radio weckt mein Großvater. Der zieht zur Verbesserung des Radioempfangs lange Drähte quer durch die Küche. Die Zustimmung meiner Oma hält sich in Grenzen, ich finde das genial. Aus dem Lautsprecher kommen Lieder von Willy Schneider, Lys Assia und Rudi Schuricke.
Im deutschen Wirtschaftswunderland landet die erste Musiktruhe auch im elterlichen Wohnzimmer, ich höre BFBS und Radio Luxemburg. Es ertönen die Hits von Drafi Deutscher, Connie Francis und Jonny Cash. Die Beatles machen mir Lust auf eine eigene Band. Mann, ist das ein Gefühl, Yeah, Yeah, Yeah - und alle kreischen mit. Wir spielen die Hits der Beach Boys, Bee Gees und Kinks und werden sogar "Deutscher Beatmeister 1964". Im Radio verfolge ich in den 1970er-Jahren begeistert die "Diskothek im WDR". Später lege ich die Platten der Stars selbst auf. Die Namen von Tom Jones, Aretha Franklin und Barry White stehen jetzt auf den Hüllen. Über einige Seitenwege (Außenhandelskaufmann, Veranstaltungsmanager, Tanzlehrer, Choreograph, Kleinkunsttheatermann, Werbetexter und freier Journalist) suche ich den Weg ins Radio und finde mein erstes Sendemikrophon in Belgien.
Als Morgenmoderator steige ich in den 1980er-Jahren bei Radio Fantasy ein, mache Radio-Comedy, dann 1988 "Rotlicht" beim BRF in Eupen. Ich moderiere meine erste Talksendung und die BRF-Oldieshow, mache Sommerradio, sende live aus dem EU-Parlament und produziere Jugendfunk mit Stationen in ganz Europa. In den Sendungen singen Albert Hammond, Milva und die Münchner Freiheit.In den 1990er-Jahren startet der Lokalfunk in Mönchengladbach, Neuß, Düsseldorf. Jetzt laufen Elton John, Tina Turner und PUR im Programm. Ich moderiere morgens und am Wochenende. Mein "Radio-Flohmarkt" wird zur Kultsendung. Sozusagen über Nacht steige ich 1996 beim WDR ein: "ARD-Popnacht", dann "Zwischen Rhein und Weser", viele Musiksendungen und öffentliche Veranstaltungen. Seit 2002 moderiere ich auf WDR 4: In der Flimmerkiste, dann auch im Cafe Carlton und jetzt im Schlagerabend. Mein Lebensmotto: Es hat alles seinen Sinn! Und so kommt mir heute der Gedanke, dass mein Opa vielleicht schon damals die "Drähte" für mich gezogen hat.
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