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Studio Bielefeld
Der WDR in der Region
Mit 150 Jahren Rundfunkgeschichte, wenn auch im weitesten Sinne, hat der Westdeutsche Rundfunk, vormals Westdeutsche Funkstunde und NWDR, die Medienentwicklung in OWL mitgeprägt. Die wichtigsten Stationen sind hier zusammengefasst.
1856
Telegrafie bildet den Anfang
Am 1. November erhält Bielefeld auf ein Gesuch der örtlichen Handelskammer hin einen Telegrafen und wird an das in Preußen seit März 1849 betriebene elektromagnetische öffentliche Nachrichtenverkehrsmittel, die Telegrafie, angeschlossen. Eines der ersten Hörfunkstudios der 20er-Jahre des folgenden Jahrhunderts bekommt Bielefeld allerdings nicht; eine nahe gelegene sog. Besprechungsstelle für den Tonrundfunk befindet sich ab 1924 in Münster, eine weitere in Dortmund.
1950
Gleichwellensender Herford
Herford erhält einen "Gleichwellen"-Sender mit zwei Kilowatt Leistung auf der Frequenz 701 hHz, weil die Region von Langenberg aus nicht versorgt werden kann. Für UKW-Rundfunk eignete sich der Mittelwellenstandort allerdings nicht. Deshalb wird 1951 auf dem Bielstein bei Detmold der zunächst 62 Meter hohe Sendemast "Teutoburger Wald" (mit 15 kW Leistung) in Betrieb genommen.
1954
WDR Gesetz beschlossen
Im Frühjahr verabschiedet der NRW-Landtag das "Gesetz über den WDR Köln".
Werner Höcker
WDR Büro in Bielefeld
Der WDR mietet für das Büro Bielefeld eine Etage im ehemaligen britischen Offizierskasino an der Lessingstraße in Bielefeld an. Werner Höcker, zuvor kurze Zeit stellv. Mitglied des Rundfunkrates, nimmt im "Lessinghaus" die Arbeit auf, - ausgestattet mit einem Telefon und einem tragbaren Tonbandgerät.
1956
WDR und NDR werden selbstständig
Am 1. Januar trennt sich der WDR vom NDR und beginnt mit eigenen Sendungen. Er beginnt sein Programm in der Silvesternacht mit einer Übertragung aus der Dortmunder Westfalenhalle. Von nun an berichtet auch Höcker, nimmt an den morgendlichen Schaltkonferenzen mit dem Funkhaus teil, wo die Themen koordiniert werden, und übermittelt Nachrichten und Berichte nach Köln. Seine Beiträge überspielt Höcker über die Vermittlungsstelle der Post in Bielefeld oder fährt nach Dortmund, wo bereits ein technisch ausgerüstetes Studio aus NWDR-Zeiten existiert.
Anfang der 60er Jahre: Werner Höcker (Mitte) mit dem damaligen Bundesminister für wirtschaftl. Zusammenarbeit, Walter Scheel, beim Abhören eines Interviews. Links: Bielefelds Polizeidirekor Theo Lohr.
1962
Vom Büro zum Studio Bielefeld
Im August 1961 beschließt der Verwaltungsrat den Ausbau des Bielefelder Büros zum Studio. Noch vor Münster kann das Studio Bielefeld in weiteren, angemieteten Räumen im Obergeschoss des "Lessinghauses" in Betrieb genommen werden: am 15. Januar 1962.
1966
Das "Westfalen-Echo"
Das Studio Bielefeld wird in diesem Jahr technisch erheblich ergänzt. Seit dem 29. November 1965 senden Bielefeld, Dortmund und Münster gemeinsam das "Westfalen-Echo", ein Regionalmagazin für den westfälischen Landesteil mit Nachrichten, Reportagen, Interviews und Features, ähnlich der landesweiten Sendung "Zwischen Rhein und Weser". Eine Infratest-Untersuchung hatte ergeben, dass bei den Hörern auch regionale Information auf Interesse stoßen würde...
1967
Fernsehsender Bielefeld
Die Post errichtet im Auftrag des WDR den Fernsehsender Bielefeld, um das Dritte Programm ausstrahlen zu können. Grundlage ist der Stockholmer Wellenplan von 1961.
In Bielefeld betrieb der WDR aber auch weiterhin zunächst nur ein Hörfunk-Produktionsstudio. Für die Fernsehberichterstattung reiste Werner Höcker mit Auto, Bahn oder Flugzeug jedes Mal nach Köln. Zwei Fotografien dokumentieren die Ausstattung des Hörfunk-Tonbearbeitungsraums im Gebäude an der Lessingstraße:
Tontechniker Karl Degener-Böning schneidet Aufnahmematerial auf einer der drei "Telefunken M5"-Maschinen. Damals war ein weißer Kittel offenbar noch Vorschrift für die Arbeit mit dem Magnetband.
1981
Das Studio zieht um
Umzug des Studios vom Lessinghaus in das benachbarte, ehemalige Gebäude der Landesentwicklungsanstalt in der Lortzingstraße 4. Das 25-jährige Bestehen einer WDR-Niederlassung in Bielefeld für Ostwestfalen-Lippe wird mit Borgholzhausener Lebkuchen gefeiert.
Wir sehen auf dem Bild (von links) Evelyn Dumann (bis heute Sekretärin), Reinhold Vogt (heute Produktionschef NRW), Angelika Voß, Karl Degener-Böning, Hans-Hermann Heitbrink, Renate Lohmeier-Köllermeier, Sieglinde Kistner, Werner Höcker, Achim Feldmann (langjähriger freier Mitarbeiter), Eitel Riefenstahl, Elisabeth Meyer (Chefsekretärin bis 2011) und Gertraude Riegel.
1982
Erweiterung mit Fernsehtechnik
Das Studio erhält einen Fernseh-Schnittplatz und mit Jozsef Nagy und Ulrich Drost sein erstes Kamerateam.