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Medizinzeit OWL

Hörgeräte

  • Sendetermin Freitag, 10.02.2012, 19:30 Uhr .

Als Dieter Linnenberg vor drei Jahren mit seiner Schwester in Paderborn zu Fuß unterwegs war, fiel es das erste Mal auf: "Hey, hast du das nicht gehört?", fragte sie, als der Senior nicht auf das Klingeln eines Fahrradfahrers reagierte. Dieter Linnenberg reagierte prompt, ging zum Ohrenarzt. Und der attestierte ihm deutliche Einschränkungen in seinem Hörvermögen. Vor allem die hohen Töne kamen nicht mehr an. Dr. Dominik Brors verordnete seinem Patienten ein Hörgerät.

Mit einem Kopfhörer wird die Wahrnehmung der Geräusche getestet; Rechte: WDR Bild vergrößern

Die Anpassung erfolgt bei einem Hörgeräte-Akustiker. Hörgeräte sind nicht einfach nur kleine Lautsprecher, die den Schall verstärken. Die Fachleute können die kleinen Apparate vielmehr so einstellen, dass sie Töne unterschiedlich verstärken: Bei Dieter Linnenberg wurden also vor allem die hohen Töne angehoben und die tiefen Töne nur schwach verstärkt. Aber das alleine reicht noch nicht. Im nächsten Schritt kommt es auf den individuellen Höreindruck an. Auf einem Kopfhörer bekam der 66jährige Patient zahlreiche Geräusche vorgespielte. Auf einer Skala sollte er nun einordnen, wie laut ihm die Geräusche vorkamen. So kann das Hörgerät so angepasst werden, dass der Höreindruck einem normal Hörenden entspricht.

Hörgerät wird angepasst; Rechte: WDR Bild vergrößern

Alle drei Wochen lässt Dieter Linnenberg sein Hörgerät nun checken. Und das ist auch gut so, sagt der Hörgeräte-Akustiker Lothar Vollbach. „Die Patienten gehen nicht gerne zum Hörgeräte-Akustiker!“ Oft sei das Hörgerät nicht richtig eingestellt und sie würden schon wieder ähnlich schlecht hören wie vor der Anschaffung. „Und dann müssen wir das Hören wieder mühsam aufbauen.“ Das bedeutet, dass das Hörgerät zunächst nur wenig lauter gestellt wird und die volle Leistung erst nach und nach erzielt wird. „Sonst empfinden das die Patienten als zu laut und bekommen Kopfschmerzen“, so der Experte.

Ein Test des WDR-Fernsehens hat ergeben, das viele Hörgeschädigte nicht so umfassend beraten werden. Es gibt demnach große Unterschiede bei den Anbietern von Hörgeräten. Die Testergebnisse kann man im Internet abrufen: Servicezeit - Stichprobe bei Hörgeräten

Dieter Linnenberg hat sich für vergleichsweise teure Hörgeräte entschieden. 1.200 Euro hat jeder der beiden Apparate gekostet. „Es gibt preiswertere Geräte“, sagt Lothar Vollbach, „auch solche, die vollständig von den Krankenkassen bezahlt werden.“ Wer herausfinden will, welches Gerät zu ihm passt, kann die Hörhilfen probeweise tragen.

Für Dieter Linnenberg hat es eine große Rolle gespielt, dass er oft unter Menschen geht. Treffen mit Freunden im Cafe, sein Stammtisch oder Ausflüge mit Wanderfreunden: Da sei es oft sehr unruhig. Aber mit seinen Hörgeräten habe er auch bei lauten Umgebungsgeräuschen nie Schwierigkeiten gehabt. Mit den Hörgeräten, sagt er, steht er wieder mitten im Leben.

Stand: 10.02.2012



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