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Medizinzeit: Strahlentherapie gegen Erblindung
Donnerstag, 26.01.2012, 19:30 - 20:00 Uhr
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Die Zerstörung der Netzhaut durch die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) fürchten viele ältere Menschen. Sie bedroht nicht nur das Sehvermögen, sondern auch die Selbständigkeit und damit die gesamte Lebensqualität der Senioren. Rund 3,5 Millionen Menschen sind allein in Deutschland bereits davon betroffen.
Wenn sich das Sehvermögen verringert, liegt das häufig an einer Makuladegenration.
Bei der Altersblindheit AMD unterscheidet man die trockene und die feuchte Form. Während es gegen die trockene Form noch keine wirksame Behandlung gibt, haben Augenärzte gegen die feuchte Form schon mehrere Therapien entwickelt. Zum Beispiel Laser und Medikamente. Doch die Wärmeenergie des Lasers kann auch gesundes Netzhautgewebe schädigen und die Medikamente müssen im Abstand von nur wenigen Wochen ins Auge gespritzt werden. Die Brachytherapie ist eine ganz neue Behandlungsmethode . Es ist eine Bestrahlung von innen. Dabei führt der Augenchirurg eine nur 0,9 Millimeter dünne Kanüle in das betäubte Auge ein. Durch diese Kanüle schiebt er einen hauchdünnen Strahlenstift bis knapp über die Netzhaut. Dieser Stift ist an eine Strontium-90-Strahlenquelle angeschlossen und gibt eine radioaktive Beta-Strahlung ab, die jedoch nur vier Millimeter tief in das erkrankte Gewebe eindringen kann und so die gesunden Netzhaut schont.
Die Strahlenbelastung ist vergleichsweise gering.
Dadurch werden die bei feuchter Makuladegeneration wuchernden Endothel-, Bindegewebs- und Entzündungszellen zerstört, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Nach ersten klinischen Studien zu urteilen ist die neue Therapie erfolgversprechend, aber von Heilung wollen behandelnden Ärzte noch nicht sprechen, bevor nicht Langzeitergebnisse vorliegen. Die eigentliche Bestrahlung dauert nur vier Minuten, die komplette Behandlung unter örtlicher Betäubung mit Augentropfen nur 30 bis 40 Minuten. Der Eingriff erfolgt ambulant. Die Strahlenbelastung für den Patienten ist dabei nicht größer als bei einer konventionellen Röntgenaufnahme des Brustkorbs, sagen die behandelnden Ärzte.
Stand: 26.01.2012