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Gefährdet Einkaufszentrum die Dortmunder City?
Montag, 15.08.2011, 19:30 - 20:00 Uhr
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Heute in einem Monat ist es so weit: dann hat Dortmunds großes Einkaufszentrum, die Thier-Galerie, ihren Eröffnungstag. 160 Geschäfte erwarten einen Besucheransturm. Mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen, rund 300 Millionen Euro wurden in den "Konsumtempel" investiert. Der WDR sprach mit Thomas Schäfer, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen/Münsterland.
Herr Schäfer, wie wird sich aus Ihrer Sicht das neue Zentrum auf den Dortmunder Handel in der Innenstadt auswirken?
Schäfer: Wir gehen davon aus , dass zusätzlich viele Kunden kommen werden. Davon wird neben der Thier-Galerie auch die City und der Westenhellweg profitieren. Ich bin mir sicher, dass die Kunden sowohl in das neue Zentrum kommen und natürlich auch weiterhin am Westenhellweg einkaufen werden. Auf dem Westenhellweg gibt es keine Leerstände bei den Geschäften. Und auch in Zukunft wird es das nicht geben. Die Händleranfragen sprechen für sich.
Wie sinnvoll ist ein Einkaufszentrum wie die Thier-Galerie für den Standort?
Schäfer: Dortmund ist ein Oberzentrum. Und das braucht ein Einkaufszentrum und zwar in der Innenstadt. Das ist gut für den Standort und bringt zusätzliche Kundenströme. Voraussetzung: Das Einkaufszentrum liegt in der City und nicht am Rande. Erfahrungen in anderen Städten haben das gezeigt. In Hamm etwa wurde das Allee-Zentrum neben die City gebaut, es war nicht angebunden und die Sache funktionierte nicht. Erst als baulich nachgebessert wurde, kamen auch wieder mehr Kunden in die Innenstadt. Ein positives Beispiel sind z.B. in Münster die "Münster-Arkaden". Die entstanden mitten im Zentrum, wo früher die Sparkasse stand und sind gut mit der Fußgängerzone angebunden. Das war geradezu vorbildlich. Man kann sagen: existieren Einkaufszentren und Einkaufsstraßen nebeneinander, dann funktioniert das nicht. Sie nehmen sich die Kunden gegenseitig weg. Arbeiten sie aber zusammen und koordinieren ihr Angebot, dann wird das von den Kunden angenommen und die Verkaufszahlen stimmen für alle. Für Dortmund war ja mal das "U" als möglicher Standort vorgesehen oder der Bahnhof. Das hätte nicht funktioniert. Aber das Thier-Gelände ist ideal.
Was können Einzelhändler tun, deren Existenz durch die Baustelle der Thier-Galerie beeinträchtigt wurden?
Schäfer: Die Stadt hat da gut kooperiert und über eine zentrale Telefonnummer über das Tiefbauamt die Kontakte sicher gestellt. Wenn ein Händler übermäßig durch die Baustelle beeinträchtigt wurde, dann konnte er dort anrufen und es wurde nach Möglichkeit für Abhilfe gesorgt. Manchmal stehen ja die Bagger und LKW auf der Straße und da gibt es keine Durchkommen mehr für Fußgänger und Kunden. Der Bauzaun am Wall war so hoch und unübersichtlich, dass man gar nicht mehr erkennen konnte, dass dahinter noch Geschäfte sind. In solchen und ähnlichen Fällen wurden schnell über diese zentrale Ansprech- und Vermittlungsnummer die Kontakte zwischen Stadt, Händler und Baufirmen geknüpft und Lösungen gefunden. Aber natürlich konnte nicht alles behoben werden. Die Idealhilfe gibt es nicht, aber es hat in vielen Fällen geholfen. Insofern hat die Stadt vorbildlich reagiert.
Stand: 15.08.2011