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Studio Dortmund
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Thema des Tages
Als Exot auf der "Jagd & Hund"
Mittwoch, 30.01.2013, 19:30 - 20:00 Uhr
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Der Geruch von Leder liegt in der Luft und in der Ferne ertönt ein Jagdhorn. Ich tauche ein in eine mir bislang unbekannte Welt. Um es gleich vorweg zu sagen: Ich besitze weder einen Hund, noch einen Jagd- oder Angelschein. Somit bin ich hier wohl ein absoluter Exot. Ich blicke in die glänzenden Augen vieler Besucher - an diesem Morgen überwiegend Männer "in bestem Alter". Auch ich bin ein Best Ager und meine Vorfahren waren schließlich Sammler und Jäger. Also kann ich hier so falsch nicht sein - oder?
Es ist 10 Uhr und in Halle 3B schon viel los. Vorbei geht es an Ständen mit Geräten und Kleidung für den Forstprofi, Doppelflinten, Repetier- und Kipplaufbüchsen. So weit, so langweilig. Von einem Stand klingt Gelächter herüber. Ein Verkäufer demonstriert "die richtige Pflege für Jagdstiefel". "Was hast du denn für eine Schuhgröße?", fragt er seinen irritiert dreinblickenden Probanden. "Dich rufen sie wohl an, wenn der Wald brennt." Ja, das ist lustig, aber auf dieser Messe mit seriösem Publikum doch eher die Ausnahme. Viele Verkäufer wirken eher gelangweilt oder nahezu verzweifelt, wie der, der immer wieder versucht, Jagdhorn-Prospekte an den Mann zu bringen und dabei regelmäßig scheitert.
Ein großer Autohersteller präsentiert seine Nutzfahrzeugflotte. Allradgetrieben fahren sie mit Hilfe von Schienen über eine Jagdhütte - spektakulär! Auch die lebenden Greifvögel wecken mein Interesse. Ein Kordillierenadler dreht mir sein Hinterteil zu und es passiert, was ja zu erwarten war...Getroffen hat er aber nicht - knapp daneben. In der nächsten Halle schüttelt's mich - zumindest innerlich. Geweihleuchten und Ölbilder mit Jagdmotiven haben diesen Reflex ausgelöst.
Den neuen Jagdhut gibt's schon zum Aktionspreis von 20 Euro. Auch Jagdttrophäen dürfen nicht fehlen, das Rehbockgeweih oder die Elchschaufel für 100 Euro. Trappermützen, Pelze und Felle aller Art sind ebenfalls im Angebot. Und selbst die Besucherin im Pelz erntet hier keine bösen Blicke. Ein Mann steht in einer gefüllten Kinderbadewanne. "Sehen Sie - absolut dicht," sagt er und meint seine Stiefel. Dem Schmunzeln einiger Besucher kann ich mich angesichts dieses Anblicks nicht anschließen. Ich empfinde eher Mitleid.
Halle 5 steht ganz im Zeichen der Angler. Hier ist es deutlich leerer. Ein Angelfreund aus Holland demonstriert in einem künstlichen Teich den korrekten Auswurf der Fliege beim Fliegenfischen. Er plädiert für eine "achter Schnur" und ich verstehe nur noch Bahnhof. Nebenan lauschen fünf Interessierte einem engagierten Vortrag zum Hochsee-Angeln auf Rügen. Mit dem angebotenen Angelzubehör kann ich auch wenig anfangen, also zurück in die Jagdhallen. "Auf auf zum fröhlichen Jagen", stimmt die Parforcehorngruppe aus dem sauerländischen Homert an. "Unser Hobby ist das Blasen", erklärt der Sprecher der Hornbläser. Auch sie sind Teil einer Welt, die sich mir an diesem Morgen nicht wirklich erschlossen hat. Ach ja, gekauft habe ich dann doch noch etwas - für 2,50 Euro - ein mit Wildschinken belegtes Brötchen - wirklich lecker!
Autor: Norbert Kranenburg
Stand: 30.01.2013