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Studio Münster
Dem Krebs bei Kindern den Kampf ansagen
Zwanzig Jahre ist es nun her, dass der WDR die Spendenaktion "Kinder von Perm" ins Leben rief. Dabei geht es um die medizinische Behandlung krebskranker Kinder in der östlichsten Stadt Europas. Jedes Jahr kommen etwa 80 neue Patienten hinzu, vom Säugling bis zum Jugendlichen.
Valeria bei der Untersuchung
Gabriele Calaminus hatte in der letzten Woche eine besonderen Auftrag. Die Ärztin der Universitätsklinik in Münster ist in die russische Stadt Perm gereist, um krebskranken Kindern zu helfen. Denn sie ist eine ausgewiesene Fachfrau bei der Behandlung von Keimzellentumoren.
Paulina im Kinderkrankenhaus Perm
Seit der WDR im Dezember 1991 die Spendenaktion "Kinder von Perm" ins Leben rief, haben die WDR-Zuschauer 2,7 Mio Euro für die krebskranken Kinder in Perm gespendet. So wurde auch der Bau einer Kinder-Krebsklinik möglich - in der dank Prof. Ulrich Göbels Hilfe viele wieder gesund wurden.
Untersuchung unterm Mikroskop
Seit über 20 Jahren spenden WDR-Zuschauer für "Die Kinder von Perm". Von dem Geld wurde unter anderem eine Kinderkrebsklinik gebaut. Jetzt soll die medizinische Zusammenarbeit zwischen Münster und Perm ausgebaut werden, ein Krebsregister in Europa und Russland ist geplant.
Was tun mit den Spendengeldern? Als erstes stand der Bau einer Krebsklinik auf dem Programm. Doch nicht nur das wurde finanziert. Wichtig waren und sind auch die richtigen Medikamente, moderne medizinische Geräte sowie gut ausgebildete Ärzte. Die Heilungsquote stieg: 80 Prozent der Betroffenen konnte das Leben gerettet werden. Vorher waren es 20 Prozent.
Jetzt soll die medizinische Zusammenarbeit zwischen Münster und Perm ausgebaut werden. "Nach dem Rohbau kommt jetzt der nachhaltige Feinschliff", so Gabriele Calaminus, Fachärztin für Innere Medizin am Universitätsklinikum Münster. Die Onkologin tüftelt gemeinsam mit zwei Ärztinnen aus Perm an einem so genannten Krebsregister in Europa und Russland. Sie wollen einen Überblick darüber schaffen, welche Medizin und welche Behandlungsmethoden bei krebskranken Kindern wie viel Erfolg versprechen.
Kinderonkologin Dr. Olga Ryskal
"Unsere Kollegen von der Uni-Klinik Münster haben da sehr hohe Anforderungen, was so ein Register betrifft", sagt die Kinderärztin und Onkologin Dr. Olga Ryskal, eine der Krebsexpertinnen aus Perm. " Es ist sehr wichtig, dass alles, was vorkommt, registriert wird: Patienten, Erkrankungen, behandelnde Ärzte, Erfolge, Misserfolge usw. Da profitiert jeder davon. Unser Ziel ist: Das Überleben zu verbessern."
Doch nicht nur ein umfassendes Krebsregister ist das Ziel dieser wissenschaftlichen Kooperation. Mit Videoübertragungen und Experten-Konferenzen via Internet soll die Krebsklinik in Perm so weit vorangebracht werden, dass sie auf eigenen Füßen stehen kann, und: dass möglichst alle Behandlungen vor Ort möglich sind. "Durch die vereinfachte Kommunikation über Internet können wir uns mit Bild und Text austauschen. Jeder Patient aus ganz Russland kann dadurch eine standardisierte Behandlung, wie sie etwa in Deutschland praktiziert wird, bekommen. Heißt: Die erkrankten Kinder in und im Umkreis von Perm müssen nicht mehr nach Deutschland geschickt werden", so Dr. Marina Muschinskaya, ebenfalls Ärztin aus Perm.
Dank den WDR-Zuschauern kann den Kindern geholfen werden
Es gibt viele Geschichten von individuellen Schicksalen krebskranker Kinder in Perm. Leidvolle, tragische, aber vor allem auch hoffnungsvolle. Letzteres ist den WDR-Zuschauern zu verdanken, die im Laufe von 20 Jahren knapp drei Millionen Euro gespendet haben. Und der Weg führt weiter: Von der Hilfe zur Selbsthilfe hin zu einem gemeinsamen Zukunftsprojekt.
Spendenkonto der WDR-Aktion "Kinder von Perm":
Westdeutsche Landesbank Düsseldorf
Konto Nr. 5555
Bankleitzahl: 300 500 00