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Bürger machen Strom

  • Sendetermin Montag, 12.11.2012, 19:30 Uhr .

Klimaschutz, Umweltschutz, "grüner Strom". Spätestens seit dem Reaktorunglück von Fukushima sind das Begriffe, mit denen sich immer mehr Menschen identifizieren. Wer nicht nur über Klimaschutz reden, sondern auch als Produzent von klimaneutraler Energie tätig werden will, für den gibt es die Energie-Genossenschaften. Und die werden immer beliebter.

Strom umweltfreundlich, unabhängig und dezentral

Logo Bergische Bürgerschaft; Rechte: WDR

Mehr als die Hälfte aller neu gegründeten Genossenschaften kümmern sich inzwischen um die Themen Energie, Umwelt und Wasser. Die Bergische Bürgerkraft in Wuppertal ist Ende September 2012 ins Genossenschaftsregister eingetragen worden. Ihr Ziel ist es, umweltfreundlichen Strom aus Solar- und Windkraft zu produzieren - unabhängig von den großen Konzernen, möglichst dezentral und ökologisch. Die Genossenschaft investiert in den Bau und Betrieb oder in die Beteiligung an den Anlagen.

Große Pläne für grünen Strom

ein Windrad vor blauem Himmel; Rechte: WDR

Noch betreibt die Bergische Bürgerkraft keine eigenen Anlagen für Photovoltaik. Doch es gibt große Pläne: Vor allem Dächer in Wuppertal und Solingen sollen bald bestückt werden. Ziel ist es, bei Sonnenschein mit mehreren Anlagen insgesamt bis zu 30 Kilowattstunden ins Netz der Wuppertaler Stadtwerke einzuspeisen. Eine weitere Idee: Photovoltaik-Anlagen könnten auf Firmendächer gebaut werden und die Betriebe selbst zumindest tagsüber mit Strom versorgen. Hat die Genossenschaft genügend Kapital gesammelt, könnten auch Windräder dazu kommen. Das sei eine Frage des Preises, sagt ein Sprecher der Bergischen Bürgerkraft: Während Photovoltaik-Anlagen etwa 2.000 Euro pro Kilowattstunde Leistung kosten, gehen die Investitionen für Windräder leicht in die Millionen.

Mitglieder gesucht

Die Sonne strahlt am blauem Himmel durch Äste hindurch; Rechte: WDR

Dort engagieren sich derzeit etwa zwei Dutzend Mitglieder, weitere Mitstreiter sind willkommen. Die Genossenschaftler habe Anteile zwischen 500 und 30.000 Euro gekauft. Durchschnittlich ist jedes Mitglied mit etwa 2.000 Euro an der Genossenschaft beteiligt. Sie versprechen sich davon nicht nur mehr umweltfreundliche Energie, sondern auch eine möglichst stattliche Dividende. Die liegt nach Angaben der Wuppertaler Energieagentur bei immerhin zwei bis acht Prozent, also meist mehr als die Zinsen eines Sparbuchs.

Weniger wirtschaftliches Risiko

Vorteile der Genossenschaft: Sollte das Vorhaben scheitern, ist nur die Einlage futsch. Bei anderen Rechtsformen wie der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) kann es unter Umständen passieren, dass die Investoren mit ihrem Privatvermögen haften. Darüber hinaus gibt es eine gute Unterstützung in Fragen zur Rechtsform und zur Betriebswirtschaft durch die Genossenschaftsverbände. Die Einnahmen aus der Produktion umweltfreundlicher Energie regelt das EEG, das Erneuerbare – Energien-Gesetz. Darin ist zum Beispiel eine Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen festgeschrieben. Derzeit werden etwa 17 Cent pro Kilowattstunde eingespeister Energie gezahlt. Die Verteilung ist denkbar einfach: Je höher die Einlage, desto höher die Dividende.


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