Von Jörg Schieb
Geht es nach der Bundesregierung, sollte es in Privathaushalten wohl besser keine drahtlosen Funknetzwerke geben. Privatleute sollen auf WLAN verzichten. So liest sich jedenfalls die Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der Grünen. Die Branche ist nicht begeistert.

Viele Menschen haben heute Wireless LAN zu Hause. Im Büro sowieso. Kein Wunder, WLAN ist schließlich ungemein praktisch. Mit Notebook, Organizer oder Handy online gehen zu können, ohne lästige Kabel verstöpseln zu müssen, das hat was. Also ich bin ein waschechter WLAN-Fan. Nicht zuletzt, weil ich mit meinem Notebook auch unterwegs online gehen kann. In Hotels, Flughäfen, Lounges und Cafés. Klasse.
Doch jetzt empfiehlt die Bundesregierung, weitgehend auf WLAN zu verzichten. Man könnte es auch so auf den Punkt bringen: Berlin gibt dem Kabelsalat den Vorzug. Natürlich liest sich das im Amtsdeutsch etwas anders, nämlich so: "Die Bundesregierung empfiehlt allgemein, die persönliche Strahlenexposition durch hochfrequente elektromagnetische Felder so gering wie möglich zu halten, das heißt herkömmliche Kabelverbindungen zu bevorzugen, wenn auf den Einsatz von funkgestützten Lösungen verzichtet werden kann.
Zu deutsch: WLAN lieber abschalten und auf Kabel umsteigen. Zumindest, wo das möglich ist. Zwar ist die Strahlenbelastung durch WLAN denkbar gering - steht auch in der offiziellen Beurteilung der Bundesregierung. Trotzdem wird lieber empfohlen, auf WLAN zu verzichten. Dann kann nachher keiner kommen - wenn entgegen allen aktuellen Studien doch irgendwann eine Beeinträchtigung der Gesundheit durch WLAN und andere Funknetzwerke nachgewiesen werden sollte - und fragen: Wieso habt Ihr uns nicht gewarnt?
Viele in der IT-Branche sind jedenfalls "not amused": Eine solche Warnung beunruhigt natürlich viele Konsumenten und führt sicher nicht dazu, dass sich mehr Menschen drahtlos vernetzen. Dabei gibt es keinen ernsthaften Grund zur Sorge. Die durch WLAN verursachte Strahlenbelastung beträgt selbst unter ungünstigsten Umständen (Notebook mit WLAN direkt auf dem Schoss des Benutzers) nicht mal 3% der von der EU empfohlenen Maximalbelastung.
WLAN funkt mit extrem niedriger Leistung. Darum ist WLAN sogar in Flugzeugen erlaubt. Und im Flugzeug ist ansonsten so ziemlich alles verboten, was die empfindlichen Gerätschaften im Flieger stören könnte. WLAN gilt den Ingenieuren jedoch als unbedenklich. Von WLAN, Bluetooth und Co. geht also keine nennenswerte Belastung aus. Dennoch bleibt stets dieser Eindruck zurück, dass es doch anders sein könnte. Erst Recht nach dieser Erklärung der Regierung.
Bundesregierung über WLAN
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Angeklickt-ForumIch jedenfalls nutze mein WLAN auch weiterhin ohne schlechtes Gewissen, ohne Bedenken, zu Hause, im Büro, unterwegs. Und wer die offizielle Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Grünen genau durchliest, findet auch viele Hinweise, dass auch die Bundesregierung den Einsatz von WLAN im Grunde genommen für unbedenklich hält. Aber wie das in der Politik oft so ist: Weil man nicht alles ausschließen kann, warnt man eben auch ein bisschen. Sicher ist sicher.
Immerhin wird die Antwort als PDF-Dokument verteilt. Ob drahtlos ins Netz gestellt oder per Kabel, lässt sich leider nicht sagen. Ich tippe auf drahtlos.
| Wer im Urlaub ins Internet will, hat viele Möglichkeiten. Heute gibt's an jeder Ecke Cybercafés, aber auch so genannte Hotspots, an denen man mit dem eigenen Notebook online gehen kann. Was ist praktischer? Was ist günstiger? Und worauf muss man achten? |
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Bundesregierung über WLAN (PDF)
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AngeklicktStand: 06.08.2007, 06:00 Uhr
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