Hauptnavigation

Dienstag, 09.02.2010

Suche im gesamten WDR Web

  • Tipps zur vergrößerten Ansicht
  • Kontakt: Alle WDR E-Mail Adressen von A bis Z
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de
  • Hilfe
  • Multimedia

Themenrubriken

Spezialangebote


Service

Sie befinden sich hier: > WDR.de > Gesundheit > Masern: Ungeimpfte Schüler vom Unterricht ausgeschlossen


Masern: Ohne Impfung kein Unterricht

Zwangsurlaub an einer Gesamtschule in Dortmund

Das Dortmunder Gesundheitsamt hat durchgegriffen: Nachdem eine Achtklässlerin an Masern erkrankt ist, dürfen diejenigen ihrer Mitschüler, die nicht geimpft sind, zwölf Tage nicht mehr zum Unterricht.

Montage: Spritzen, Impfbuch, Schüler, Verbotszeichen; Rechte: dpa/WDR[m]MuellerBild vergrößern

Schulverbot für ungeimpft Kinder

Die Schüler der Jahrgangsstufe acht der Gesamtschule Scharnhorst in Dortmund wurden am Freitag (12.05.06) zu Unterrichtsbeginn durch das Gesundheitsamt informiert. Anschließend kontrollierten zwei Mitarbeiter des Amtes die Impfausweise von rund 150 Schülern. Um jede weitere Ansteckung zu verhindern, verfügte die Behörde: Alle Mitschüler der erkrankten Klassenkameradin, die keine Masern-Impfung besitzen oder eine schriftliche Versicherung der Eltern über eine durchgemachte Masernerkrankung vorlegen, dürfen die Schule in den nächsten zwölf Tagen nicht besuchen. Nach Angaben eines Sprechers des NRW-Gesundheitsministeriums ist Dortmund kein Einzelfall. Auch andere Schulen im Land haben bereits erkrankten und ungeimpften Kindern Unterrichtsverbot erteilt - das erlaube das Infektionsschutzgesetz.

Impfen lassen und die Klassenfahrt nicht verpassen

Hand mit aufgezogener Spritze; Rechte: dpaBild vergrößern

Ansturm beim Kinderarzt

Bei der Kontrolle des Gesundheitsamtes konnten 53 Schüler keinen Impfausweis vorlegen. Den Schülern wurde mitgeteilt, wer sich nachträglich impfen lasse, könne bis zu drei Tagen nach einer möglichen Ansteckung eine Erkrankung verhindern und dürfe weiter zur Schule gehen. Außerdem dürften sie an der geplanten Klassenfahrt in der kommenden Woche teilnehmen. Diesen Hinweis nahmen offenbar viele Schüler ernst. In der Praxis der Kinderärztin Angelika Dittrich, die in der Nähe der Gesamtschule Scharnhorst liegt, meldeten sich noch am Freitagvormittag mehr als 50 Schüler, die sich gegen Masern impfen lassen wollten. Dass sie bisher nicht geimpft worden sind, "ist reine Schlamperei", sagte die Ärztin wdr.de. Die Eltern hätten die Impfung schlichtweg vergessen. Die Jugendlichen dürfen nun am Montag zur Klassenfahrt starten. Allerdings besteht laut Dittrich erst nach einer zweiten Gabe ein hundertprotzentiger Schutz gegen Masern.

Bisher 24 Masernfälle in Dortmund

Videos

Die Leiterin des Dortmunder Gesundheitsamtes, Dr. Annette Düsterhaus, ärgert sich über die Kritik des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut, der den Behörden Untätigkeit vorgeworfen hatte. Aus ihrer Sicht liegen die Versäumnisse bei der Kommission, wie sie der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in der Donnerstagausgabe sagte: "Ich verstehe nicht, dass sie sich nicht für eine Impfpflicht einsetzt", sagte die Ärztin. Nur so könne die Viruserkrankung ausgerottet werden. Die Gesundheitsämter dürfen nur mit dem Einverständnis der Eltern impfen. "Wenn Impfung und Vorsorgeuntersuchung bis zur Einschulung Pflicht würden, wären wir das Problem los."

Bisher sind in Dortmund insgesamt 24 Masernfälle beim Gesundheitsamt gemeldet worden. Zwischen dem aktuellen 24. Fall der Achtklässlerin der Gesamtschule Scharnhorst und den vorherigen Fällen ist nach Angaben des Amtes keine Zusammenhang ersichtlich. Seit Jahresbeginn sind in NRW rund 1.100 Masernfälle registriert worden.

Mehr zum Thema

Stand: 12.05.2006, 00:00 Uhr



Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.