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WDR-Kulturnachrichten


Meldungen

Doris Dörrie kritisiert Filmkritik

09.02.2010

Die Filmregisseurin und Produzentin Doris Dörrie hat die deutsche Filmkritik scharf kritisiert. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte sie, in vielen Feuilletons habe die Filmkritik ihren Servicecharakter verloren und sei nur noch Selbstbespiegelung. Deshalb habe sie Verständnis für ihren Kollegen Til Schweiger, der den Kritikern seine Filme nicht mehr zeige. Doris Dörrie ist eine der erfolgreichsten deutschen Filmemacherinnen. Ihr letzter Film im Kino war "Kirschblüten - Hanami".

Neuer Wettbewerb für Einheitsdenkmal

09.02.2010

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat einen neuen Wettbewerb für das geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin gestartet. Nachdem die Jury beim ersten Wettbewerb im vergangenen Jahr keinen der eingereichten Vorschläge für geeignet hielt, wurden diesmal die Regeln geändert. Nach Einschätzung von Experten waren sich beim ersten Wettbewerb einige prominente Künstler zu schade, um an dem offenen Verfahren teilzunehmen. Außerdem soll das Denkmal nur noch an die friedliche Revolution 1989 in der DDR erinnern. Der Plan, auch Freiheitsbewegungen der vergangenen Jahrhunderte zu würdigen, wurde fallengelassen.

Sukultur Verlag sucht Einigung mit Hegemann

09.02.2010

Nach den Plagiatsvorwürfen an die junge Bestseller-Autorin Helene Hegemann hat sich der geschädigte Sukultur Verlag zu Wort gemeldet. Geschäftsführer Frank Maleu sagte, er sei an einer gütlichen Einigung interessiert. Das Buch von Hegemann sei ein gutes Buch. Dennoch hätte die Autorin ihre Quellen nennen müssen. Die 17-jährige Hegemann hatte für ihr Sensationsdebüt "Axolotl Roadkill" ganze Passagen aus dem Roman "Strobo" übernommen, der im vergangenen Jahr im Sukultur Verlag erschienen ist.

Gericht untersagt Kinderfoto im Film

09.02.2010

Der Kinofilm "Der entsorgte Vater" darf nicht in seiner Originalfassung gezeigt werden. Das hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht entschieden. Regisseur Douglas Wolfsperger hatte in dem Film ein altes Foto seiner Tochter eingeblendet. Dagegen war die Mutter im Namen des damals drei Jahre alten Kindes gerichtlich vorgegangen. Das Gericht gab ihr Recht: Das Recht des Kindes am eigenen Bild wiege schwerer als das Informations-Interesse der Öffentlichkeit. Der Dokumentarfilm stellt die Geschichten von fünf Vätern vor, denen der Umgang mit ihren Kindern aus unterschiedlichen Gründen verwehrt bleibt. Einer der fünf vorgestellten Väter ist der Filmemacher selbst.

Europäischer Übersetzerpreis für Hanns Grössel

09.02.2010

Der mit 15.000 Euro dotierte Europäische Übersetzerpreis geht in diesem Jahr an Hanns Grössel. Die Jury würdigte Grössels "Sensibilität bei seinen Übersetzungen dänischer Lyrik, insbesondere der Werke von Inger Christensen, der 2009 verstorbenen bedeutendsten Lyrikerin Dänemarks". Grössel wurde 1932 in Leipzig geboren und lebt in Köln. In den 1960er Jahren war er Lektor bei Rowohlt und danach Literaturredakteur beim Westdeutschen Rundfunk. Seit 1997 arbeitet Grössel als Übersetzer, Herausgeber und Kritiker dänischer, französischer und schwedischer Literatur.

Neue Runde im Streit um Kafka und Brod

09.02.2010

Im Streit um den Nachlass der beiden Schriftsteller Max Brod und Franz Kafka haben sich 24 renommierte israelische Wissenschaftler zu Wort gemeldet. Sie forderten in einem offenen Brief, das Brods Nachlass, zu dem auch Materialien von Kafka gehören, in Israel bleibt. Vor Gericht in Tel Aviv geht es derzeit darum, ob zwei Schwestern rechtmäßige Erbinnen sind oder ob der literarische Schatz dem Archiv der Nationalbibliothek in Jerusalem übergeben wird.

Chinesischer Autor schreibt an Angela Merkel

08.02.2010

Der chinesische Autor Liao Yiwu hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, sich für die Aufhebung seines Reiseverbotes einzusetzen. In einem offenen Brief schreibt er, Merkel wisse aus eigener Erfahrung, was Diktatur bedeute. Liao ist im März zur lit.Cologne in Köln eingeladen, darf aber nicht ausreisen. Bereits im vergangenen Oktober hatten ihm die chinesischen Behörden untersagt, an der Frankfurter Buchmesse teilzunehmen. In Deutschland wurde Liao Yiwu durch sein Buch "Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten" bekannt. Dafür hatte er Toilettenputzer, Prostituierte, alte Mönche und politische Häftlinge interviewt. Das Buch ist in China verboten.

Diskussion um Finanzierung des Suhrkamp-Archivs

09.02.2010

Die Finanzierung des Suhrkamp-Archivs sorgt für Streit zwischen dem Marbacher Literaturarchiv und Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Das Marbacher Literaturarchiv hatte mit einer Beteiligung des Bundes an den Kosten für den Kauf des Suhrkamp-Archivs gerechnet. Ein Sprecher Neumanns erklärte jedoch, es läge kein Förderantrag vor. Im Haushalt 2010 stehe auch kein Geld zur Verfügung. Das Literaturarchiv verweist dagegen darauf, dass sich der Bund und das Land Baden-Württemberg in der Vergangenheit immer in gleichem Umfang an Kosten beteiligt hätten.

Google klagt gegen Digitalisierungsverbot

08.02.2010

Der Streit um die Digitalisierung von Büchern in Frankreich geht weiter. Die US-amerikanische Internet-Firma Google legte Berufung gegen ein Urteil ein, das ihr die Digitalisierung von Büchern ohne Zustimmung der Rechteinhaber untersagt. Das Pariser Landgericht hatte Google im Dezember verurteilt, weil das Unternehmen Buchauszüge ohne Einwilligung digitalisiert hatte. Google muss demnach 300.000 Euro an die betroffenen Verlage zahlen. Parallel zu dem Gerichtsverfahren will Google mit den Verlagen auch verhandeln.

Keine Investoren für Schinkels Bauakademie

08.02.2010

Die Pläne für den Wiederaufbau von Schinkels Bauakademie in Berlin sind gescheitert. Es fand sich kein Investor, der die Bedingungen der Hauptstadt erfüllen wollte. Der Bau sollte neben dem geplanten Humboldforum im Herzen Berlins errichtet werden. Eine der Auflagen war, dass drei viertel der Nutzfläche an eine neue Architektur-Akademie abgegeben werden sollten. Nur dann wollte Berlin das Filet-Grundstück kostenlos abgeben. Schinkels Bauakademie galt als bedeutender früher Industriebau. Das im Krieg beschädigte rote Ziegelstein-Gebäude war 1962 von den Verantwortlichen in der DDR abgerissen worden. Gegenwärtig simuliert eine Attrappe aus bedruckten Planen, wie ein wieder errichteter Bau hätte aussehen können.


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