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Sie befinden sich hier: > WDR.de > Medienseite > Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Nikolaus Brender


"Bleiben Sie ruhig, aber bleiben Sie dran!"

Nikolaus Brender erhielt Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis

Der diesjährige Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus ist am Mittwochabend (14.10.09) in Köln an Nikolaus Brender verliehen worden. Die Jury zeichnete den ZDF-Chefredakteur für seine vorbildhafte journalistische Haltung aus.

Frank Schirrmacher, Sandra Maischberger, Nikloaus Brender, Ilse Friedrichs, Astrid Randerath und Christian Esser; Rechte: WDR/Klaus GörgenBild vergrößern

Preisträger, Laudator und Moderatorin des Abends

Bereits zum 15. Mal wurde am Mittwochabend (14.10.09) in Köln der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus vergeben - diesmal an den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Und viele Kollegen waren gekommen, ihm zu gratulieren: Claus Kleber, Jörg Schönenborn, Frank Plasberg, Fritz Pleitgen und viele andere feierten mit Brender in einem der Kölner WDR-Studios diese ganz besondere Auszeichnung.

Den Preis erhalten alljährlich Moderatoren, Reporter oder Redakteure, die mit ihrer Arbeit Herausragendes und Vorbildliches geleistet und gezeigt haben, dass sie für kritischen und unabhängigen Journalismus stehen. So wie Nikolaus Brender. Dieser stehe besonders für Qualität und Unabhängigkeit im Journalismus, befand denn auch Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Laudator des Abends.

Warnung vor Machtkampf

Frank Schirrmacher; Rechte: WDR/Klaus GörgenBild vergrößern

Frank Schirrmacher hielt die Laudatio

Besonders der Schlagabtausch zwischen Brender und dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder bei der Elefantenrunde nach der Bundestagswahl 2005 verdiene es, "in die Lesebücher aufgenommen zu werden", befand Schirrmacher. Er warnte gleichzeitig vor einem regelrechten Machtkampf zwischen Politik und Journalismus - durchaus mit Blick auf die Frage, ob Brender weiterhin ZDF-Chefredakteuer bleiben werde oder nicht. ZDF-Intendant Markus Schächter möchte den Vertrag mit Brender verlängern, stößt dabei aber auf den Widerstand einiger Politiker im ZDF-Verwaltungsrat.

Brender: Friedrichs war "väterlicher Ratgeber"

Nikolaus Brender und Ilse Friedrichs; Rechte: WDR/Klaus GörgenBild vergrößern

Auszeichnung für Nikolaus Brender

Nikolaus Brender bekannte, ihm wäre "der Hörer fast aus der Hand gefallen", als er eines Abends von Ilse Friedrichs angerufen worden sei und sie ihm mitteilte, dass er der nächste Preisträger sein werde. Dabei sei es für ihn doch eine Selbstverständlichkeit, als Chefredakteur "das zu tun, was man tun muss." Und das hat er getan, nicht nur beim ZDF, auch beim WDR. Dort war er Chefredakteur unter Fritz Pleitgen. Dieser habe ihm stets mit auf den Weg gegeben: "Gehen Sie an die Grenzen!", verriet Brender. Aber nicht nur Pleitgen, auch Hanns-Joachim Friedrichs selber habe Nikolaus Brender geprägt. "Er war wie ein väterlicher Ratgeber", erklärte Brender bei der Preisverleihung - und erinnerte sich: Ob er als Auslandskorrespondet gerade aus Bolivien oder Chile berichtete, der damalige Tagesthemen-Moderator Friedrichs sprach vor den Live-Schalten oft persönlich mit seinen Korrespondenten - und beruhigte sie mit Worten wie: "Bleiben Sie ruhig, aber bleiben Sie dran." Er freue sich sehr, nun diesen Preis entgegen nehmen zu können, so Brender.

Nikolaus Brender und Sandra Maischberger; Rechte: WDR/Klaus GörgenBild vergrößern

Sandra Maischberger führte durch den Abend

Nikolaus Brender begann seine journalistische Laufbahn beim Südwestfunk, arbeitete als Reporter bei Tagesschau und Tagesthemen. Ab 1984 vertrat er die ARD als Korrespondent in Südamerika, wechselte 1989 als Auslandschef zum WDR Fernsehen und wurde 1994 dessen Chefredakteur. Seit dem 1. April 2000 ist Brender Chefredakteur des ZDF.

Förderpreis für investigativen Journalismus

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis ging in diesem Jahr an Astrid Randerath und Christian Esser. In ihrer ZDF-Fernsehdokumentation "Das Pharmakartell - Wie Patienten betrogen werden" deckten die Autoren auf, dass Pharmaunternehmen in Deutschland nach Einschätzung verschiedener Experten fast ungestört ihre Profitinteressen verfolgen können. Die Jury hielt die Dokumentation für ein "herausragendes Beispiel von investigativem Journalismus".

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Stand: 14.10.2009, 21:53 Uhr


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