Zwei Frauennamen stehen in Deutschland für kämpferischen Feminismus - wobei Alice "Emma" aus der Taufe hob. Am 26. Januar 1977 erschien in Köln die erste Ausgabe des Magazins "Von Frauen für Frauen", wie es damals noch in der Unterzeile hieß. Zum 30. Geburtstag gratulieren aber auch Männer.
NRW-Familienminister Armin Laschet (CDU) würdigte die Zeitschrift "Emma" als eine wichtige Institution: "Man kann sich an ihr stoßen, sie gibt aber auch immer wieder notwendige gesellschaftspolitische Anstöße. "Emma" werde gebraucht. Laschet betonte auch die Verdienste der Herausgeberin Alice Schwarzer. "Unsere Gesellschaft braucht Meinungsmacherinnen wie Sie mit klaren, weltoffenen und kritischen Äußerungen", sagte Laschet am Freitag (26.01.07) in Düsseldorf. Schwarzer sei eine der Ersten gewesen, die sich in der Integrationspolitik für die Menschrechte einsetzte. "Sie hat ganz deutlich die unreflektierte Multikulti-Rhetorik entlarvt und auf die offenkundige Verletzung von Frauenrechten hingewiesen."
Als "Emma" 1977 zum ersten Mal erschien, waren die 200.000 Exemplare nach eigenen Angaben innerhalb weniger Tage vergriffen. Die Zeitung galt in den Anfangsjahren in der öffentlichen Meinung häufig als "Emanzenblatt". "Emma" engagierte sich politisch und kämpfte für Gleichberechtigung und die Rechte der Frauen. Das Team um Schwarzer initiierte unter anderem Ende der 70er Jahre Gruppen gegen Missbrauch sowie Proteste gegen Klitorisverstümmelungen und erste Diskussionen über die Gefahr des islamischen Fundamentalismus für Frauenrechte. Im Dezember 2005 wurde Schwarzer der Titel "Journalist des Jahres" von der Branchenzeitschrift "Medium-Magazin" verliehen. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass die 63-jährige "Emma"-Herausgeberin, die sich für eine Kanzlerin Merkel eingesetzt hatte, im Wahljahr 2005 "endgültig zur unüberhörbaren Stimme" geworden sei.
"Emma" wird 30In der Jubiläumsausgabe verweist Herausgeberin Alice Schwarzer auf die gestiegene Akzeptanz der "Emma" auch bei männlichen Lesern. Dies zeige eine Allensbach-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift. Demnach habe 2006 jede fünfte Frau in Deutschland "Emma" schon einmal gelesen beziehungsweise liest sie. 57 Prozent aller Befragten, 60 Prozent aller Frauen, kennen sie. Vor allem bei den Männern habe die Wahrnehmung zugenommen und sei in den letzten zehn Jahren um zwölf Prozent auf 54 Prozent gestiegen.
"Emma" - die Revoluzzerin
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EmmaStand: 26.01.2007, 16:30 Uhr
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