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Ein perfekter Tag

Sprengung des Volkswohl Bund Hochhauses

Sprengmeister Martin Hopfe ist zufrieden. Das Volkswohl Bund Hochhaus mitten in der Dortmunder Innenstadt ist optimal gefallen. Doch die Anspannung der letzten Monate sieht man dem Sprengmeister noch an.

Sprengmeister Martin Hopfe; Rechte: WDR / RinkeBild vergrößern

Sprengmeister Martin Hopfe

"Dass das so optimal läuft, hätte ich selbst nicht gedacht", sagt Martin Hopfe kurz nach der erfolgreichen Sprengung am Sonntagmittag. Der Sprengmeister sieht geschafft aus, ist aber zufrieden. Innerhalb von zehn Sekunden hat der Sprengmeister mit rund 50 Kilogramm Sprengstoff das 61 Meter hohe Gebäude in einen fast 5.000 Tonnen schweren Schutthaufen verwandelt. Eigentlich hätte aber sowieso nichts schief gehen können, schmunzelt Martin Hopfe, denn seine Ehefrau sei auch in Dortmund. Auch die Erschütterungen in den angrenzenden Gebäuden und im U-Bahn Schacht waren geringer als vorher berechnet. Nicht eine Scheibe sei zu Bruch gegangen, die Anwohner dürfen um 14.00 Uhr wieder zurück in ihre Wohnungen.

Von der Sprengung überrascht

Bereits um 9.00 Uhr wirken die Straßen wie ausgestorben. Am Vorabend mussten 32 Autos abgeschleppt werden. Seit dem frühen Morgen kontrollieren die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des Technischen Hilfswerks, ob die Wohnungen geräumt sind. Überraschung am Rande: "Eine Dame hat überhaupt nichts von der Sprengung mitbekommen, und musste weggebracht werden", erklärt ein Mitarbeiter der Johanniter. Sie wird zu einem nahegelegenem Gymnasium gebracht, wo die Versicherung Räume für die Anwohner angemietet hat. Doch die Nachfrage ist, wahrscheinlich wegen des guten Wetters, nur recht gering. Nicht einmal 80 der über 500 betroffenen Anwohner werden von den Johannitern verpflegt.

Gruppenbild mit Ruine

Feuerwehrleute vor der Ruine; Rechte: WDR / RinkeBild vergrößern

Gruppenbild vor dem Hochhaus

Derweil laufen auf den Straßen die letzten Vorbereitungen. Die Straßen sind abgesperrt mit Bauzäunen, das Helfer des THW und eines Sicherheitsdienstes kontrollieren die Zugänge. Die Feuerwehr legt Schläuche für den Wasservorhang, der die Staubwolke eindämmen soll. Kleinere Probleme mit zufrierenden Schläuchen sind schnell gelöst. Die Stimmung ist so ruhig, dass sich der Löschzug der Feuerwehr Dortmund vor dem Hochhaus ablichten lässt.

Dichte Staubwolken ziehen über die Innenstadt

Staubwolke zieht über die Innenstadt; Rechte: WDR / RinkeBild vergrößern

Ein staubfreier Platz

Auch außerhalb des Zauns sieht es nach einem perfekten Tag aus. Gegen 11.00 Uhr kommen die Menschen so langsam auf den Friedensplatz und neben das Rathaus, um sich das Spektakel anschauen zu können. Es herrscht inzwischen so etwas wie Volksfest-Stimmung. Mitttendrin ist auch Lieselotte Hoeber, die direkt in der Nachbarschaft wohnt.

Als dann um kurz nach 12.00 der erste Knall zu hören ist, fällt das Gebäude schon in sich zusammen. Eine dichte Staubwolke zieht in Richtung Innenstadt. Lieselotte Hoeber steht mittendrin. Doch sie hat Glück, denn die Staubwolke zieht von ihrer Wohnung weg. Und als sie die um 14.00 Uhr dann auch endlich wieder betreten darf, ist sie erleichtert. Nichts ist zu Bruch gegangen, und in der Küche und im Badezimmer hat die Sprengung auch nicht mehr Dreck gemacht, als die Baustelle sonst. Nur der Balkon und die Fenster sind richtig zugestaubt. Aber der Volkswohl Bund habe versprochen, die Fenster putzen zu lassen.

Stand: 17.02.2008, 16:04 Uhr


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