Nach Bohrungen für eine Erdwärmepumpe ist am Donnerstagabend (09.07.09) in Kamen die Erde eingebrochen. Es bildeten sich meterlange Risse, mehrere Häuser mussten evakuiert werden.
Nachdem an einem Neubau Bohrungen für eine Erdwärmepumpe vorgenommen wurden, sei am Donnerstagabend plötzlich ein Bagger drei Meter tief im Boden versunken, teilte die Rettungsleitstelle am Freitagmorgen (10.07.09) mit. Ein Gerüst stürzte ein. An mehreren Gebäuden und im Boden bildeten sich meterlange Risse. Die Gas-, Wasser- und Stromversorgung wurde umgehend abgeschaltet. Verletzt wurde niemand. Es bildete sich ein vier Meter tiefes und rund zehn Meter breites Loch.
Zwei Häuser seien einsturzgefährdet, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Freitag. 46 Bewohner wurden aus zehn Häusern evakuiert. Häuser im Radius von etwa 300 Metern um das Loch herum seien gefährdet.
Alle Häuser werden jetzt untersucht, dazu wurden auch Monitore angebracht, mit denen die Risse beobachtet werden. Zudem sollen in der Nähe des Trichters Bohrungen vorgenommen werden, um die Ursache des Erdeinbruchs zu klären. Der Erdeinbruch in Kamen-Methler ist dabei aber offenbar nicht wie zunächst vermutet durch den Bergbau verursacht worden. Der Kamener Bürgermeister Hermann Hupe (SPD) sagte, es handele sich bei dem Vorfall "definitiv" nicht um einen durch den Bergbau verursachten Tagesbruch. Nach Angaben der RAG Deutsche Steinkohle AG gab es in dem Gebiet keinen Bergbau.
Noch in der Nacht waren die Gebäude in Bewegung: Es sei eine Neigung von zwei Zentimetern pro Stunde festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle. Am Freitagmorgen war die Lage nach Feuerwehrangaben stabil, die Erde bewegt sich nur noch sehr langsam. Nach Angaben von Hupe gibt es derzeit keine akute Gefährdung für die Bevölkerung. Der "Senkungsprozess" gehe zwar weiter, sei aber deutlich schwächer geworden. Die ersten Häuser könnten deshalb bald wieder bezogen werden.
Stand: 10.07.2009, 11:25 Uhr
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