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Sie befinden sich hier: > WDR.de > Panorama > Menden: Auto rast in Menschenmenge


Unglücksfahrer von Menden schweigt

Schwächeanfall am Steuer?

Nach dem Unfall in Menden, bei dem am Sonntag (19.07.09) ein 79-jähriger Autofahrer in einen Schützen-Umzug raste, sucht die Polizei jetzt nach den Gründen. Vermutet wird, dass der Unglücksfahrer einen Schwächeanfall hatte.

Kerzen an der Unglücksstelle in Menden; Rechte: WDR/Markus RinkeBild vergrößern

Kerzen an der Unglücksstelle

Der 79-jährige Unglücksfahrer der Schützenfest-Tragödie von Menden will sich zum Unfallhergang vorerst nicht äußern, sondern zunächst einen Anwalt nehmen. "Er hat zum Geschehen nichts gesagt. Das müssen wir akzeptieren", sagte Josef Hempelmann von der Arnsberger Staatsanwaltschaft am Montag (20.07.09). Für die Polizei bleibt nun weiter unklar, warum der Mann zunächst hinter dem Zug gewartet hatte und dann plötzlich ausscherte und in die Menge raste.

Einen Tag nach dem tragischen Unfall ist in Menden derweil nichts mehr so, wie es war. Auf dem Gehweg unweit der Schützenhalle haben Passanten Kerzen und Blumen abgestellt, Schützenfestfahnen hängen längst auf Halbmast, der Adler unbeschädigt im Kugelfang.

Das Auto des Rentners war am Sonntag (19.07.09) gegen 16.00 Uhr in Menden ungebremst in das Ende eines Schützenzuges gefahren. Bei dem Unglück starben zwei Menschen, 51 wurden verletzt, etliche von ihnen schwer. Die Polizei hatte die Zahl der Opfer am Abend zunächst auf drei erhöht, korrigierte sie dann am späten Sonntagabend. Im Rettungshubschrauber sei es gelungen, einen 34 Jahre alten Mann zu reanimieren, sagte der Polizeisprecher. Bei den Toten handelt es sich um ein 40-jähriges und ein 69-jähriges Mitglied des Schützenvereins Menden.

Viele Verletzte

Trauernde; Rechte: WDR/Markus RinkeBild vergrößern

Trauernde in Menden

Zudem erlitten 14 Menschen, darunter der 79-jährige Fahrer, schwere Verletzungen. Sie wurden vor Ort versorgt und in Krankenhäuser gebracht. Weitere 37 Menschen wurden leicht verletzt: Viele von ihnen erlitten einen Schock. Sie wurden vor Ort behandelt und psychologisch betreut. Die an den Unglücksort angrenzende Schützenhalle, in der die ersten Teilnehmer des Umzugs zum Zeitpunkt des Unfalls bereits eingezogen waren, wurde dazu zum Betreuungszentrum umfunktioniert. Im Einsatz waren drei Rettungshubschrauber, mindestens sieben Rettungswagen mit mehr als zehn Notärzten und acht Notfallseelsorger.

Polizei: Kein Vorsatz erkennbar

Rettungskräfte versorgen am Sonntag (19.07.09) in Menden Verletzte; Rechte: ddp: Julian GebhardtBild vergrößern

Rettungskräfte im Großeinsatz

Der 79-jährige Fahrer soll am frühen Montagnachmittag angehört werden. Sicher ist sich die Polizei, dass es sich um einen Unfall und nicht um eine vorsätzliche Tat gehandelt habe. Ermittelt werde auch wegen eines möglichen technischen Defekts. Nach Polizeiangaben fuhr der 79-Jährige in der Fahrzeugschlange hinter dem Schützenumzug. Plötzlich sei er nach links ausgeschert und in den Umzug gerast. Danach fuhr das Fahrzeug weiter und kollidierte mit einem Absicherungsfahrzeug der Polizei und einem abgestellten Auto einen Zuschauers.

Menden nimmt Abschied

An der Unfallstelle werden die Ermittlungen fortgesetzt. Bislang hätten sich 16 Zeugen gemeldet, die nun zu den Einzelheiten des Unfallhergangs befragt werden sollen, so die Polizei. Mit einem Trauergottesdienst in der Mendener St.Walburgis-Kirche will die Stadt am Montagabend Abschied von den Toten nehmen.

In Menden sei nun Trauerbeflaggung vor öffentlichen Gebäuden angeordnet worden, hieß es. Laut dem Mendener Bürgermeister Rudolf Josef Düppe steht die Stadt nach dem Zwischenfall unter Schock. "Damit hat keiner gerechnet. Wir haben 15 Schützenvereine hier in der Stadt. Da ist der Umzug stets ein Höhepunkt der Feiern", sagte Düppe.

Stand: 20.07.2009, 13:17 Uhr


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