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Tausende bei Trauerzug

Achtjährige aus Paderborn fiel Gewaltverbrechen zum Opfer

Mit einem Trauerzug haben Freitagabend (16.01.09) tausende Paderborner ihr Mitgefühl für die Familie des getöteten Mädchens ausgedrückt. Bei der Polizei sind mittlerweile mehr als 300 Hinweise eingegangen. Eine heiße Spur fehlt allerdings noch.

Rund 8.000 Menschen haben sich nach Polizeiangaben an dem fünf Kilometer langen Trauerzug durch die Innenstadt Paderborns beteiligt. Auf der Rathaustreppe legten viele weiße Rosen nieder und stellten Kerzen vor einem Bild der Achtjährigen auf. Manche trugen ans Revers geheftete Bilder des Mädchens. Bevor der Trauerzug begann, sagte Bürgermeister Heinz Paus über die Tat: "Der Tod macht uns ratlos, erschüttert uns tief."

Der Sarg mit dem getöteten Mädchen wurde am Samstag (17.01.09) nach Istanbul in die Türkei geflogen. Von dort aus wird er in die Provinz Ordu am Schwarzen Meer transportiert, wo Kardelen am Sonntag im Dorf Dogulu beigesetzt werden soll.

Noch kein konkreter Tatverdacht

Die Achtjährige war am Donnerstag (15.01.09) am 60 Kilometer von Paderborn entfernten Möhnesee bei einer Suchaktion von Spürhunden der Polizei entdeckt worden. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass sie gewaltsam erstickt und sexuell missbraucht worden war. Die nackte Leiche lag in einer Waldschonung unter Tannenzweigen versteckt. Ob der Fundort auch der Tatort ist, steht noch nicht fest. Bereits am Mittwoch (14.01.09) waren Kleider des Mädchens in der Nähe der Talsperre gefunden worden.

Obwohl es noch keinen konkreten Tatverdacht gibt, ist die Staatsanwaltschaft "guter Hoffnung", dass die Ermittlungen zügig vorangetrieben werden können, erklärte Oberstaatsanwalt Ralph Vetter am Freitag. Den Hinweis, dass das Mädchen zusammen mit einem Erwachsenen auf der Staumauer des Möhnesees gesehen worden sein soll, bezeichnete er als "wichtige Spur". Die Mordkommission sei auf mehr als 50 Ermittler aufgestockt worden. Bei den Ermittlern sind nach Polizeiangaben bislang rund 300 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Mit mehr als 1.000 Plakaten mit dem Konterfei des Kindes suchen die Beamten derzeit in Paderborn sowie auf den Verbindungsstrecken zum 60 Kilometer entfernten Möhnesee nach weiteren Zeugen.

Parallelen zu anderen Fällen?

Die Ermittler prüfen auch einen möglichen Zusammenhang im Fall der seit September 2007 verschwundenen Jenisa aus Hannover. Auch Jenisa war bei ihrem Verschwinden acht Jahre alt, beide Mädchen haben langes schwarzes Haar und dunkelbraune Augen. Zudem hat der Täter in beiden Fällen die Kleidung seines Opfers weg geworfen.

Stand: 17.01.2009, 16:21 Uhr


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