Jahresrückblick 2007
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Jahresrückblick 2007
Wetter 2007: Extreme und Rekorde
Hitzewelle in NRW: Temperaturen über 30 Grad, kaum Regen, vertrocknete Felder. Allerdings nicht im Juli, sondern im April. Das Jahr 2007 war wetter-extrem: Hitze im Frühling, Regen statt Sommer. Den Anfang machte ein Rekord-Orkan im Januar.
"Kyrill" brach am 18. Januar über Deutschland herein. Die Zahlen zur größten Naturkatastrophe der Landesgeschichte: Sechs Menschen in NRW starben durch den Orkan oder bei Aufräumarbeiten, rund 15 Millionen Bäume stürzten um. Betroffen waren rund 50.000 Hektar Waldfläche, sechs Prozent des Waldes wurden vernichtet. Geschätzter Schaden allein in Nordrhein-Westfalen: zwei Milliarden Euro.
Besonders schwer traf es Siegerland und Sauerland. Noch Monate nach dem verheerenden Sturm lagen die umgestürzten Stämme kreuz und quer in den Wäldern. Wegen des Orkans stellte die Bahn - erstmalig in Deutschlands Nachkriegsgeschichte - den gesamten Schienenverkehr ein.
Auch die Temperaturen waren im Winter und Frühling 2007 extrem: Seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen 1901 hat es keinen so warmen Jahresanfang gegeben wie 2007. Der April war sogar der trockenste aller Zeiten: Das Rheinland meldete 15 Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad. Statt in Freiburg oder München brachen NRW-Städte die Hitzerekorde: Dank Hoch "Peggy" erreichte Marl im nördlichen Ruhrgebiet am 16. April 30,1 Grad. Die Landwirte bangten wegen der anhaltenden Trockenheit um ihre Ernte, die ersten Freibadbetreiber öffneten ihre Becken schon in April und hatten allen Grund, auf eine Rekord-Saison zu hoffen.
Die Rekord-Saison bekamen sie tatsächlich, allerdings etwas anders, als sie es sich vorgestellt hatten: Denn nach dem heißen April kam im Mai der Regen - und das feuchte Wetter blieb mit wenigen Unterbrechungen bis zum Ende des Sommers. Nur etwa halb so viele Menschen wie im Vorjahr gingen schwimmen - und so meldeten die armen Freibadbetreiber einen neuen Rekord: 2007 war die schlechteste Saison aller Zeiten.
Wieder trafen die Regenfälle und Gewitter besonders das Sauerland: In Arnsberg standen die Straßen und Keller innerhalb von zwei Wochen gleich zweimal unter Wasser.
Nachdem die Temperaturen bis September immer leicht über dem Schnitt gelegen hatten, wurde es danach kühler. Und schmuddelig: September, Oktober und November waren leicht zu kühl und oft nass. Schon im November fiel in den hohen Lagen Nordrhein-Westfalens der erste Schnee.
Wieder Sauerland, wieder ein Rekord: Der November brachte der Region so viel Schnee wie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 38 Jahren nicht. Ganze 22 Tage lagen die Gipfel unter einer bis zu 37 Zentimeter dicken Schneedecke. Doch leider ist früher Schnee kein Garant für eine weiße Weihnacht: Die war wieder einmal un-extrem schneefrei.
Obwohl - nicht ganz. Schneefrei war es nur im herkömmlichen Sinne. Viele Menschen im Ruhrgebiet und im Münsterland erlebten ein Phänomen, das viel seltener ist als weiße Weihnacht: Industrieschnee. Sah aus wie ganz normaler Schnee, nur kam er nicht aus den Wolken, sondern war der so genannten Inversionswetterlage zu verdanken. Am Boden fror es, auf den Höhen war es mild. Dazu herrschte dichter Nebel. In Gegenden mit viel Industrie wurde dieser Nebel angereichert mit Wasserdampf und Schmutzpartikeln aus den Schornsteinen. Diese Mischung gefror in den kalten Luftschichten zu Schnee und kam - kurz vorm Fest - weiß und flockig wieder herunter.
Und wie geht's weiter?
Jahresrückblick 2007Stand: 29.12.2007, 06:00 Uhr
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