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Donnerstag, 09.09.2010

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Loveparade 2010

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Feuerwehr-Bericht belastet Polizei

Ursachensuche nach der Katastrophe bei der Loveparade

Ein interner Bericht der Duisburger Feuerwehr kritisiert die Einsatztaktik der Polizei bei der Loveparade in Duisburg, die die Rampe zum Gelände sperren ließ. Das berichten verschiedene Medien. Bereits vorher hatte der Veranstalter Kritik an der Polizei geäußert.

Polizeieinsatz bei der Loveparade; Rechte: imagoBild vergrößern

Einsatztaktik der Polizei wird kritisiert

Der Einsatzleiter der Duisburger Feuerwehr soll die Polizei unmittelbar vor dem Unglück auf der Duisburger Loveparade vor einer Sperrung der Zugangsrampe zum Veranstaltungsgelände gewarnt haben. Das soll aus einem internen Bericht hervorgehen, der verschiedenen Tageszeitungen vorliegt. In dem Bericht der Feuerwehr Duisburg soll dokumentiert sein, dass der Verbindungsbeamte der Polizei die Feuerwehr darüber informiert habe, dass die Zulauframpe "kurzfristig" gesperrt werden soll. Der Einsatzleiter der Feuerwehr soll darauf entgegnet haben, "dass diese Maßnahme aus einsatztaktischer Sicht sehr problematisch ist. Aus diesem Grund ist die Feuerwehr dagegen." Es soll zu einer kurzen Diskussion gekommen sein, in deren Verlauf der Sperrung nur zugestimmt worden sei, wenn "der Nachlauf in den Karl-Lehr-Tunnel durch die Polizei verhindert wird". Nach bisherigen Erkenntnissen ist genau dies aber nicht passiert. Der Besucherstrom in den Tunnel erhöhte sich immer mehr.

Bericht basiert auf Gedächtnisprotokoll

Der Bericht soll dem Loveparade-Einsatztagebuch entstammen und auf einem Gedächtnisprotokoll beruhen, das der Einsatzleiter der Feuerwehr um 1.09 Uhr in der Nacht nach der Katastrophe verfasst haben soll. Offenbar sah die Feuerwehr die Polizei und nicht den Veranstalter in der Pflicht, den Tunnel zu sperren, damit es nicht zu einem Chaos im Eingangsbereich des Loveparade-Geländes kommt. Die Staatsanwaltschaft Duisburg, die die Ermittlungen leitet, wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Polizei soll ursprünglich gar nicht zuständig gewesen sein

Der Veranstalter der Loveparade, Rainer Schaller; Rechte: ddpBild vergrößern

Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller

Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller gab bereits am Montag (26.07.10) indirekt der Polizei die Schuld an den Geschehnissen. Die Polizei habe Personenschleusen öffnen lassen, wodurch Besucher unkontrolliert in den Tunnelbereich geströmt sein, sagte er zwei Tage nach der Katastrophe. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) wies am Mittwoch die Vorwürfe Schallers zurück. Die bei der Loveparade eingesetzten Polizeibeamten seien ursprünglich gar nicht für den abgesperrten Bereich des Festgeländes zuständig gewesen. Stattdessen hätten Ordner des Veranstalters dort für Sicherheit sorgen sollen. Erst als die Situation "außer Kontrolle" geraten sei, weil zu wenig Ordner eingesetzt gewesen sein sollen, habe der Veranstalter die Polizei zu Hilfe gerufen. Diese haben aber ihre Sperrungen angesichts der nachdrängenden Menschenmenge aufgeben müssen.

63 Mitglieder starke Ermittlungsgruppe komplett

Die Ermittlungsgruppe "Loveparade" ist seit Donnerstag komplett. Das teilten Staatsanwaltschaft Duisburg und die Polizei Köln am Freitag mit. Die Gruppe, die aus 63 Mitgliedern besteht, wertet Hinweise aus ganz Deutschland aus. Spezialisten des Landeskriminalamtes und einer Fachfirma hatten den Angaben zufolge Tunnel und Rampe am Festgelände mit modernster Fototechnik detailliert vermessen. Zur Rekonstruktion der Ereignisse greifen die Ermittler auch auf Beiträge im Internet zurück. Kriminalbeamte mit Erfahrung in der Internetrecherche fahnden in den einschlägigen Portalen nach Filmsequenzen und Blog-Einträgen, wie es hieß.

Stand: 30.07.2010, 16:27 Uhr


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