Um 18.15 Uhr war es soweit: Die Menschkette rund um das Nokia-Werk in Bochum hatte sich geschlossen. Über 5.000 Menschen waren am Sonntag (10.02.08) dem Ruf der IG Metall gefolgt, um auf diese Weise gegen die geplante Schließung des Werks zu protestieren.
Es waren nicht nur Nokia-Beschäftigte, die bereits am Nachmittag auf dem Parkplatz von dem Bochumer Werk gegen dessen drohende Schließung demonstrierten - auch zahlreiche Beschäftigte aus anderen Bochumer Betrieben und aus benachbarten Städten kamen zum "Familienprotesttag" zusammen. Und Menschen, die sich einfach solidarisch zeigen wollten. Zum Beispiel der Fanclub des VfL Bochum, dessen Spieler alle Nokia-Mitarbeiter zum vergangenen Spiel eingeladen hatten. Oder die Belegschaft des angeschlagenen Osnabrücker Autobauers Karmann.
Auf der Bühne sprachen Kommunalpolitiker und Gewerkschafter zu den rund 5.000 Demonstranten. "Eine radikale Minderheit in Finnland hat sich verrechnet", rief der DGB-Vorsitzende von NRW, Guntram Schneider ihnen zu. Die Nokia-Bosse hätten aber die Solidarität in Deutschland unterschätzt. "Wir sind keine Bananenrepublik. Bei uns herrschen Ethik und Moral!"
Als "bodenlose Sauerei" bezeichnete Oliver Burghard von der IG Metall die angekündigte Schließung. Nokia stehe kurz davor, seinen Ruf in Deutschland komplett zu ruinieren. "Die Mitarbeiter wollen Perspektiven und keine Stilllegungsprämie."
Am frühen Abend begannen die rund 5.000 Demonstranten dann, eine Kette rund um das Nokia-Werk zu bilden. Um die Kette auf den etwa vier Kilometern zu schließen, waren nach Schätzung der Polizei etwa 4.000 bis 5.000 Menschen nötig. Um 18.15 Uhr stand fest: Der Plan war aufgegangen. Über 5.000 Teilnehmer hatten sich aufgereiht und hielten 5.000 Fackeln in die Luft.
Stand: 10.02.2008, 18:33 Uhr
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