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NRW-Immobilienkonzern vor dem Aus?

GAG-Chef rechnet mit einer Zerschlagung der LEG

Nach dem Verkauf der nordrhein-westfälischen Landesentwicklungsgesellschaft (LEG)1 an eine US-Investmentbank werden Stimmen laut, die von einer Zerschlagung des Immobilienkonzerns mit rund 93.000 Wohnungen ausgehen.

LEG-Schild; Rechte: dpaBild vergrößern

Gekauft zum Zerschlagen?

Günter Ott, Chef des Kölner Immobilienunternehmens GAG, das ebenfalls an der LEG interessiert war, geht fest von einer Zerschlagung aus. Der jetzige Käufer werde anstreben, die Wohnungen in größeren Paketen zu veräußern, sagte Ott am Freitag (13.06.08) im Gespräch mit WDR.de. Whitehall sei nicht als langfristiger Bestandsbesitzer bekannt, sondern als Investor, der kurzfristige Profite für seine Anleger suche, so Ott weiter. Zudem müsse der hohe Kaufpreis von 787,1 Millionen Euro refinanziert werden. Am Mittwoch (11.06.08) hatte NRW- Finanzminister Helmut Linssen (CDU) mitgeteilt, dass die LEG an den Immobilienfonds Whitehall der US-Investmentbank Goldman Sachs geht.

"Kommunale Unternehmen rechnen mit Kaufangeboten"

Zwar steht in der Sozialcharta der LEG, dass pro Jahr nur 2,5 Prozent des Bestandes verkauft werden dürfen. Kommunale Wohnungsgesellschaften wie beispielsweise die GAG bilden aber eine Ausnahme und stehen in den Startlöchern, wie Ott berichtete. So würde die GAG gerne ein Wohnungspaket in Köln übernehmen. Auch Wohnungsunternehmen in Bremen, Dortmund, Essen und Bielefeld, die gemeinsam mit der GAG vergeblich auf die LEG geboten hatten, rechnen laut Ott mit einem Kaufangebot. Der GAG-Chef räumte jedoch ein, dass bisher kein Kontakt zu Whitehall stattgefunden habe.

Zeitung: Belegschaft wird geteilt

Neben dem LEG-Wohnungspaket könnte möglicherweise auch die Belegschaft der Landesentwicklungsgesellschaft aufgeteilt werden. 100 Mitarbeiter der Sparte 'Development' blieben weiterhin im Dienst des Landes, die übrigen 800 bezögen ihr Gehalt künftig indirekt von Goldman Sachs, berichtet die "Rheinische-Post" in ihrer Freitagsausgabe. Aus dem NRW-Bauministerium war zunächst keine Stellungnahme dazu zu bekommen. Bauminister Oliver Wittke (CDU) hatte bislang betont, dass Mitarbeiter und Mieter der LEG durch die so genannte Sozialcharta vor Kündigungen geschützt würden.

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1 LEG

Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Nordrhein-Westfalen ist einer der größten Immobilienkonzerne Deutschlands. Die GmbH mit Sitz in Düsseldorf vermietet rund 100.000 Wohnungen, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen, in denen mehr als eine viertel Million Menschen leben. Die LEG verfügt neben ihrem Wohnungsbestand über rund 1.000 Gewerbe-Immobilien, darunter Bürohäuser und Einkaufszentren.

Am 22. Juni 1970 wurde die LEG gegründet. Sie entstand aus einem Zusammenschluss von mehreren Heimstätten und gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften: der Rheinischen Heim in Bonn, der Roten Erde in Münster, der Westfälisch-Lippischen Heimstätten in Dortmund und der Rheinischen Heimstätten in Düsseldorf.

Hauptgesellschafter waren bis zum Sommer 2008 das Land Nordrhein-Westfalen mit 68 Prozent und die NRW-Bank mit 22 Prozent. Am 11. Juni 2008 gab die NRW-Landesregierung bekannt, dass die LEG an Whitehall, den Immobilienfond der US-Investmentbank Goldman Sachs, verkauft wird.

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Stand: 13.06.2008, 16:03 Uhr


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