Traun - Ein Fluss wie ein Kristall

Film von Erich Pröll

  • Dienstag, 17. Juli 2012, 20.15 - 21.00 Uhr

Landschaftsaufnahme

Die Traun in Österreich ist kein Fluss wie jeder andere. Tosende Gletscherbäche, Wasserfälle, sechsundsiebzig Seen, zahllose Quellen aller Art, Höhlengewässer, stille Tieflandauen, tausende Kilometer von Bach- und Flussläufen – all das speist am Ende einen einzigen Fluss auf einer Länge von 153 Kilometer. Diese Vielfalt ist kaum fassbar – und dennoch überschaubar, und zwar buchstäblich: Von einer Anhöhe nördlich der Donau erfasst der Blick an einem klaren Tag die ganze Länge des Flusses, von den wilden streng, geschützten Traunauen im Linzer Stadtgebiet bis zum Dachstein. Sommers und winters wurde in den Tiefen kristallklarer Flüsse und Seen gedreht, um das Salzkammergut so zu zeigen, wie es noch keiner gesehen hat. Vom Eistauchen bis zum Höhlentauchen, waren für die Filmemacher alle Anforderungen dabei. Von den Szenen, die über Wasser entstanden, erzählen viele von der Beziehung der Menschen zu den Gewässern – von Fliegenfischern bis zu historischen Flößern.

Lawinenabgang am Koppentraun

Ebenso vielfältig wie die Gewässerlandschaft ist die Tier- und Pflanzenwelt. Weil alle ihre Nische, ihr perfektes Stück Lebensraum finden. Bachforellen lieben die Strömung, Hechte finden an den Staustufen der Traun einen ruhiges, fast strömungsfreies Revier, welches sie im freien Fluss nicht fänden. Ob wilde Narzissen, Frauenschuh, Forellen, Flussbarsche, Hechte oder Eisvögel: Naturliebhaber kommen an der Traun ins Schwärmen. Und nicht nur sie: Die Traun und ihre Nebenflüsse gehören zu den begehrtesten und exklusivsten Fliegenfischgewässern der Welt. Kein Zufall also, dass die hier heimischen Steinfliegen schon vor langer Zeit das Vorbild für die kunstfertig geknüpften Fliegen der Fliegenfischer waren.

Grundlsee am Abend

Noch nicht einmal die Jahreszeiten geben sich an der Traun normal. Statt wie anderswo vom Süden her nähert sich der Frühling hier von Norden, aus dem Donautal, und dringt erst langsam süd- und bergwärts vor. Bei Trockenheit im Sommer oder starkem Frost im Winter wird der stille Fluss hell wie ein Kristall. Schlußendlich mündet die Traun im Stadtgebiet von Linz in die Donau. Doch durch die streng geschützten Traunauen bleibt sie auch an ihrer Mündung das, was sie schon an der Quelle war: ein Stück Wildnis.

Winter am Offensee

Autor: Erich Pröll


Stand: 23.05.2012



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