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Sendung vom 04. Februar 2012
Check-up
Wenn Menschen zum Beispiel nicht mehr wissen, dass Geldbörsen nicht in den Kühlschrank gehören, dann ist das ein klares Indiz für Alzheimer. Wie Alzheimer therapiert werden kann und ob diese Krankheit ansteckend ist, klären wir im Check-up.
Ein leerer Blick, das Gefühl verloren zu sein. Häufig sind das die ersten kleinen Anzeichen von Alzheimer. So fängt es auch bei Richart Esser an, in dem Film "Mein Vater". Sein ganzes Leben lang war er ein zuverlässiger Busfahrer, bis er eines Tages nicht mehr weiß, wie er nach Hause kommen soll. Sein Sohn Jochen fährt ihn schließlich heim in seine Wohnung – in sein Chaos. Auch das ist nichts Ungewöhnliches bei Alzheimer-Kranken, wissen Spezialisten, die sich seit langem mit der Krankheit beschäftigen. "Ich denke die wichtigsten Anzeichen sind, dass im Unterschied zur früheren Leistung, immer häufiger Dinge verlegt oder vergessen werden, die für den Kranken relevant sind", weiß Dr. Martin Haupt, Alzheimer-Arzt in Düsseldorf. "Das gelegentliche Verlegen von Schlüsseln oder einer Brille ist nicht sofort ein Hinweis für Alzheimer. Aber wenn wichtige Informationen, die die Person unmittelbar betreffen, wiederholt vergessen werden, dann ist das ein wichtiges Zeichen. Und dem sollte nachgegangen werden."
Aber wie? Jochen und seine Frau sind ratlos, wissen nicht, wie sie mit dem kranken Vater umgehen sollen, wie sie sein Vergessen, seine Orientierungslosigkeit in den Griff bekommen können. Schließlich holen sie ihn zu sich nach Hause. Dorthin, wo sie selbst erst vor ein paar Wochen eingezogen sind. Es ist ihr erster Versuch, Richart zu helfen.
Die nächste Frage, die sich stellt, ist: Wie ist Alzheimer therapierbar? Dr. Martin Haupt erklärt: "Ist jemand im Gesamten ansonsten gesund und hat keine schwerwiegenden Erkrankungen, wird das Krankheitsbild wahrscheinlich ganz langsam voranschreiten und durch eine Behandlung erst einmal für eine gewisse Zeit aufgehalten werden können, rund ein bis zwei Jahre. Wenn aber weitere Erkrankungen bei den Betroffenen bestehen, die auch mit schwerwiegenden Medikamenten behandelt werden müssen, dann kann, weil das Gehirn auch das zusätzlich zu bewältigen hat, die Erkrankung schneller verlaufen. Sie wird dann schneller schlechter, so dass die Leistung damit auch schneller nachlässt." Und das belastet alle. Vor allem im Alltag, wenn Richart seine Familie immer wieder an ihre Grenzen bringt – dann, wenn sich ein alter Mensch verhält wie ein trotziges Kind.
Dass Alzheimer innerhalb der Familien vererbt wird, ist
möglich. Bei Alzheimerkranken, die vor dem 60. Lebensjahr
Symptome bekommen, kann eine genetische Veränderung vorliegen.
So viel wissen Forscher bisher. Aber was passiert mit denen, die
jahrelang Alzheimerkranke gepflegt haben? Können auch sie sich
auch mit dieser Krankheit anstecken? "Hier sind sicherlich
Momente wie jahrelanges Einwirken von Anspannung, von Stress, zum
Teil auch von Anstrengungen, bei denen man über seine Grenzen
hinausgeht, mit zu verbuchen", sagt Alzheimer-Arzt Haupt.
"Wenn man an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit
gerät, kann es zu einer Dekompensation von Hirnleistungen
kommen. Wir haben jedenfalls bis heute kein Bakterium und kein
Virus, das die Krankheit erklären könnte."
Dafür gibt es etliche Konflikte, die durch Alzheimer-Kranke in
Familien entstehen … und sie manchmal auch
auseinanderreißen.
Stand: 04.02.2012, 00.00 Uhr
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