Sie befinden sich hier:
WDR.de
WDR Fernsehen
Information
Aktuelle Stunde
Sendung vom 08. Februar 2012
Geruchlos, gemacklos und tödlich
Nicht nur Rauchmelder können bei Feuer Leben retten. Auch Kohlenmonoxid-Melder können Schlimmes verhindern, wenn das hochgiftige Gas in der Wohnung austritt. Das Tückische: Kohlenmonoxid kann man weder sehen, riechen noch schmecken.
Die vierköpfige Familie aus Duisburg-Rheinhausen ist nur knapp dem Tod entkommen. Aus einem undichten Kaminzug, der durch die Wohnung führte, drang hochgiftiges Kohlenmonoxid. Als die Mutter ihren beiden röchelnden Töchtern zu Hilfe eilen wollte, wurde sie selbst ohnmächtig. Nur die Geistesgegenwart des Vaters, der sofort die Fenster aufriss, rettete der Familie das Leben. Die Familie hat die Vermieter nun auf Schadenersatz verklagt. Viele CO-Unfälle hingegen sind selbst verschuldet - etwa wenn Menschen ihre Wohnung mit Grills beheizen wollen, die nur für den Außengebrauch zugelassen sind.
Kohlenmonoxid-Unfälle gibt es immer wieder. In Wiesbaden starben Ende November 2011 drei Menschen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Undichte Gasleitungen, verstopfte Kamine oder leichtsinnig aufgestellte Brennstellen können zur Katastrophe führen. Kohlenmonoxid-Melder, die ähnlich wie Rauchmelder Alarm schlagen, wenn die Schadstoffkonzentration in der Luft zu hoch ist, können Katastrophen verhindern. Fragen und Antworten zu CO-Meldern:
Kohlenmonoxid entsteht überall, wo es eine Verbrennung gibt. "Egal, ob man Holz, Gas, Öl oder eine Kerze anzündet, Kohlenmonoxid wird freigesetzt", erklärt Ulrich Grütter von der Schornsteinfegerinnung Düsseldorf. Sind offener Kamin, Gasheizung oder Warmwassertherme ordnungsgemäß am Kamin angeschlossen, zieht das Kohlenmonoxid über das Kaminrohr nach draußen. Findet das Kohlenmonoxid jedoch nicht den Weg nach draußen und strömt gleichzeitig kein Sauerstoff in den Raum, kommt es zum Desaster. Eine Gefahr sieht Grütter in offenen Brennstellen ohne Abzug, wie etwa Bioethanol-Öfen, wenn diese nicht sachgerecht - etwa in zu kleinen Räumen - aufgestellt werden.
Kohlenmonoxid bindet Sauerstoff in geschlossenen Räumen. Das passiert, wenn beispielsweise der Kamin verstopft ist. Strömt nicht genügend Sauerstoff nach, raubt das Kohlenmonoxid den Menschen die Luft zum Atmen. "Wenn das Kohlenmonoxid eingeatmet wird, bindet es auch im Körper den Sauerstoff. Die Lungen bekommen keine Luft mehr und man erstickt", erklärt Schornsteinfeger Grütter die große Gefahr, die von dem Gas ausgeht. Das Problem: Kohlenmonoxid kann man weder riechen, schmecken noch sehen. Den Betroffenen wird zunächst schummrig, bevor sie schnell zusammenbrechen und sterben.
"Die Installation eines CO-Melders ist vor allem bei Gasetagenheizungen sinnvoll", sagt Jens Müller, Sprecher der Berufsfeuerwehr Köln. Sie schlagen Alarm, wenn die Kohlenmonoxid-Konzentration in einem Raum steigt. Das kann beispielsweise passieren, wenn das Zu- und Abluftsystem einer Gasheizung nicht richtig funktioniert oder ein Kamin verstopft ist.
Kohlenmonoxid-Melder gibt es im Fachhandel und in Baumärkten. Das Problem sei allerdings, dass die angebotenen Produkte nicht von einer unabhängigen Stelle geprüft sind, so Grütter. "Man muss sich dann darauf verlassen, was die Hersteller in die Beschreibung schreiben", erklärt der Schornsteinfeger. Daher sei es auch schwer, konkrete Empfehlungen auszusprechen.
Stand: 08.02.2012
Seite teilen