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Sendung vom 10. Februar 2012
Mit Vollgas in Radarfallen
Bei der größten Tempo-Kontrollaktion in Nordrhein-Westfalen sind am Freitag (10.02.2012) mehrere Autofahrer trotz Vorwarnung mit Vollgas in die Radarfallen gefahren. Seit dem Morgen wird 24 Stunden lang in Nordrhein-Westfalen geblitzt.
In Duisburg sei ein Fahrer mit Tempo 100 unterwegs gewesen, obwohl nur 50 Stundenkilometer erlaubt waren, berichtete das NRW-Innenministerium am Freitag. Ein anderer Autofahrer raste innerorts in Düsseldorf mit 95 Stundenkilometern durch eine Kontrolle. Kontrollteams der Polizei Lippe erwischten allein bis 13 Uhr 91 Tempo-Sünder. Allgemein zeigten sich die Verkehrsteilnehmer aber diszipliniert. Der "Blitz-Marathon" war als Reaktion auf die wieder gestiegene Zahl von Verkehrstoten breit angekündigt worden. "Die Autofahrer sind merkbar sensibel", berichtete ein Sprecher des Innenministeriums.
Um sechs Uhr morgens ging es am Freitag (10.02.2012) los: Die Polizei NRW will einen Tag lang mit einer großen Aktion gegen Temposünder vorgehen. An 1.400 Stellen im Land sollen mobile Blitzgeräte zum Einsatz kommen - egal wie kalt es wird. "Eine Vielzahl unserer Messgeräte funktioniert auch bei strengem Frost", sagte Wolfgang Beus, Sprecher des Innenministeriums. Zudem würden die Radargeräte oft in einem Streifenwagen aufgebaut - "dort sind die Temperaturen nicht so niedrig", so Beus. Besonders an der Aktion ist auch: Die meisten Stellen, an denen geblitzt wird, gibt die Polizei vorab auf einer Internetseite bekannt.
Hintergrund des Blitz-Marathons ist die gestiegene Zahl der Unfalltoten im Land. Jahrelang gab es in NRW einen Rückgang - aber im vergangenen Jahr seien deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als 2010, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Laut Statistik sind in den Monaten Januar bis September 2011 im Vergleich zum Vorjahr 13 Prozent mehr Menschen im Straßenverkehr gestorben. Bei den Fußgängern stieg die Zahl der Todesopfer sogar um 51 Prozent.
Zu tödlichen Unfällen kommt es auf Nordrhein-Westfalens Straßen laut Innenminister Jäger vor allem an Wochenenden - im Schnitt sollen es sechs Todesopfer sein. Als "Killer Nummer 1" gilt das Rasen. Trotzdem wird zu schnelles Fahren nach den Erfahrungen der Polizei immer noch auf die leichte Schulter genommen. Dabei gehe es um Leben und Tod - und viel zu oft sei es tatsächlich Irrsinn, so Jäger.
Für Sicherheit im Straßenverkehr müsse mehr sensibilisiert werden, sagt auch der Dortmunder ADAC-Sprecher Peter Meintz. Er sieht die Blitzaktion nicht als Jagd auf die Autofahrer, sondern empfindet sie als notwendig, um Raser zur Rechenschaft zu ziehen und zum Nachdenken anzuregen. Für Verkehrssicherheit sei jeder Einzelne mitverantwortlich: "Unsere Straßen sind nur sicher, wenn sich alle an die Regeln halten."
Stand: 10.02.2012
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