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23.02.2012

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Schornsteinbrand

von Dieter Schug

WDR 04.12.2011: WDR, Sonntag, den 04.12.2011 16:30 Uhr im Ersten

Beitrag im WebTV mit Gebärden-Dolmetscher

 

 

Der Schornstein brennt!

Flammen schlagen aus einem Schornstein; Rechte: WDR (TV-Bild) Bildunterschrift: Meist bemerken die Nachbarn den Brand zuerst]
Meistens sehen es die Nachbarn zuerst: Flammen schlagen aus dem Schornstein. Wenn so ein Schornsteinbrand außer Kontrolle gerät, dann kann auch das ganze Haus abbrennen. Dass man den Kamin regelmäßig vom Schornsteinfeger kontrollieren lässt, sollte selbstverständlich sein. Wie oft das sein muss, erfährt man vom Schornsteinfeger, je nach Feuerstätte ein bis vier Mal im Jahr.

Aber manchmal reicht das normale Reinigen mit dem Kehrbesen nicht mehr, wie bei Familie Steens im westfälischen Dülmen. Deren Kamin hat sogar schon einmal gebrannt, zum Glück ist nichts Schlimmes passiert. Aber bei der letzten Kontrolle hat Bezirksschornsteinfeger Heinz Mohnitz wieder gefährliche Ablagerungen im Kamin entdeckt, sogenannten Glanz- oder Hartruß. „Das sind Rückstände einer unvollkommenen Verbrennung“, erläutert Heinz Mohnitz.

Zu großer Querschnitt des Schornsteins

Der Kamin der Steens hat einen zu großen Querschnitt. Früher gab es in dem Bauernhaus etliche Feuerstellen, jetzt existiert nur noch eine. Deshalb kühlen die Abgase in dem großen Schornstein zu schnell ab und Teile davon lagern sich als sogenannter Glanz- oder Hartruß an den Schornsteinwangen ab. Zu einer Sanierung des Schornsteins kann sich Egon Steens noch nicht entschließen. Das ist ihm im Moment zu teuer. Auf circa 3.000 bis 4.000 Euro schätzt Bezirksschornsteinfeger Mohnitz die Kosten.

Schornsteinfeger beobachtet kontrollierten Kaminbrand; Rechte: WDR (TV-Bild) Bildunterschrift: Der Ruß wird kontrolliert abgebrannt]
Also lagert sich weiter Glanzruß ab. Wenn man nichts dagegen tut, dann wird er irgendwann Feuer fangen und der Schornstein brennt dann lichterloh. Das ist zwar gefährlich, aber das Haus brennt dann nicht sofort. „Denn“, so Heinz Mohnitz, „das Schornsteinmauerwerk ist feuerbeständig, nicht nur feuerhemmend. So schnell kommen die Hitze bzw. die Flammen nicht ins Haus hinein.“

Kontrollierte Verbrennung

Wir haben Heinz Mohnitz und seinen Kollegen Michael Stock dabei begleitet, als sie die Gefahr eines Schornsteinbrandes beseitigt haben. Dazu haben sie den Kamin nicht ausgekehrt. Das geht nicht, da der Glanzruß fest an den Wangen sitzt. Stattdessen haben sie den Ruß kontrolliert abgebrannt. Mit einem Gasbrenner haben die Schornsteinfeger den Ruß so stark erhitzt, dass er schließlich ausbrannte. Eine riesige Stichflamme züngelte dabei aus dem Schornstein auf dem Dach. Gefährlicher als diese Flamme ist die Gefahr, dass der Schornstein sich zusetzt. Das kann passieren, weil der Ruß beim Verbrennen aufbläht. Heinz Mohnitz kehrt deshalb einmal durch, während des Brandes. Den ausgekühlten Schornsteinbesen kann er anschließend wegwerfen.

Heinz Mohnitz meint, dass der Schornstein in absehbarer Zeit sowieso gebrannt hätte, dann aber unkontrolliert: „Innerhalb von vier bis sechs Wochen, je nachdem wie oft die Familie Steens die Feuerstätte in Betrieb nimmt. Und dann wären sie womöglich Weihnachten in der Kirche gewesen und dann hätte der Schornstein gebrannt.“ Nach zehn Minuten ist der Brand vorbei. An den Schornsteinwangen, an denen vorher fester Ruß haftete, ist wieder sauberes Mauerwerk zu erkennen.

Was tun, wenn der Schornstein brennt?

Brennt der Schornstein im Haus, sollte man bei der Feuerstelle sofort die Luftzufuhr schließen. Nun die Glut herausholen und in einem Metalleimer nach draußen bringen. Deshalb sollten auch immer ein Metalleimer und eine Metallschaufel bei einer Feuerstelle sein. Anschließend den Schornstein freiräumen. Möbel oder Bilder, die daran anlehnen oder sogar daran angebracht sind, sollten man wegräumen, damit sie durch die große Hitze nicht Feuer fangen.

Holz verbrennt in einem Kaminofen; Rechte: WDR (TV-Bild) Bildunterschrift: Im Falle eines Schornsteinbrandes sofort die Luftzufuhr schließen]
Auf keinen Fall sollte man den Brand mit Wasser löschen. Heinz Mohnitz malt das Szenario aus: „Um Gottes Willen, das ist wie eine Explosion, weil der Wasserdampf sich so wahnsinnig schnell ausdehnt. Sobald Sie Wasser einkippen, können Sie davon ausgehen, dass der Schornstein sofort platzt und dann:  platzender Schornstein, offenes Feuer, Haus in Brand.“

Warum kommt es zum Brand?

Häufig ist falsches Anwenderverhalten der Grund für einen Schornsteinbrand. Vor allem zu nasses Holz ist häufig ein Grund für Kaminbrände. Je feuchter das Holz, desto mehr Ablagerungen setzen sich im Schornstein fest. Mit einem Feuchtigkeitsmessgerät kann man einfach kontrollieren. Die Schornsteinfeger haben solche Geräte, es gibt sie aber auch im Handel. Die Feuchtigkeit sollte maximal 20 Prozent betragen. Bei trockenem Holz ist der Heizwert übrigens auch bedeutend höher.

Feuchtigkeitsmessgerät in einem Holzstück; Rechte: WDR (TV-Bild) Bildunterschrift: So misst man die Feuchtigkeit im Holz]
Ein Holzofen sollte auch nur mit Holz befeuert werden, das dafür geeignet ist. „Jetzt in der kommenden Weihnachtszeit“, so Heinz Mohnitz, „kommt schon mal Seidenpapier in den Kaminofen oder die restlichen Tannenzweige. Das gehört da alles nicht rein.“ Und auch Schwelbrände im Ofen sind schlecht für den Schornstein. Das machen viele - abends noch mal ordentlich auflegen und dann die Luftzufuhr drosseln. „Ganz schlecht“, meint Heinz Mohnitz, „und Gift für Ihren Schornstein.“

 

Dieser Text gibt den Inhalt des Fernsehbeitrags von Ratgeber Bauen+Wohnen vom 04.12.2011 wieder, ergänzt um Zusatzinformationen der Redaktion. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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