Sie befinden sich hier: Das Erste > Ratgeber Bauen+Wohnen
Zum Inhalt
Zur Hauptnavigation
Zur rechten Spalte

Hinweis:
Wenn Sie diesen Text sehen, benutzen Sie wahrscheinlich einen alten Browser bzw. einen Browser, der aktuelle CSS(Cascading Style Sheets) nicht vollständig unterstützt. Laden Sie sich bitte einen aktuellen Browser wie z. B.:
Microsoft Internet Explorer oder Mozilla Firefox herunter.

23.02.2012

Das Erste ist das Fernsehen
ARD Ratgeber Bauen+Wohnen

Hauptnavigation
  • aktuelle Seite: Informationssendungen
    • aktuelle Sendung: Alle ARD-Ratgeber
Inhalt

Klimabrunnen

von Werner Ahlschwedt

WDR 04.12.2011: WDR, Sonntag, den 04.12.2011 16:30 Uhr im Ersten

Beitrag im WebTV mit Gebärden-Dolmetscher

 

 

Wasser fließt über Kühlrippen; Rechte: WDR (TV-Bild) Bildunterschrift: Wasserkaskade entfeuchtet den Raum]
„Wir wollten damals unser Raumklima deutlich verbessern“, sagt Dr. Daniela Löw, „wir wollten gerade an den feuchtwarmen Tagen einfach ein kühleres, angenehmeres Klima schaffen, für uns und für unsere Patienten, und mit einer konventionellen Klimaanlage wäre das sehr schwierig geworden.“ Die Zahnärztin aus Hilpoltstein hat sich den neuen und multifunktionalen Klimabrunnen für ihre Praxis ausgesucht. Ein Multitalent, ein „Drei in Eins“-Gerät. Denn der Klimabrunnen ist Kühlanlage, Luftentfeuchter und Strahlungsheizung in einem - kann also auch Wärme produzieren.

Dr.-Ing. Hartwig Künzel, Wissenschaftler am Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP in Holzkirchen, ist der Erfinder des Klimabrunnens, der Fraunhofer Alternative zu handelsüblichen Klimaanlagen. Wir haben versucht, mit dieser Kaskade die Nachteile der klassischen Klimatechnik zu umgehen und etwas Neues zu schaffen, was die Nachteile nicht mehr in der gleichen Weise aufweist, sagt der Erfinder.

Die etwas andere Klimaanlage

Der Klimabrunnen unterscheidet sich von dem Prinzip der klassischen Klimaanlage, in der gekühlte und getrocknete Luft in den Raum geblasen wird. „Diese Luftbewegung wird manchmal auch als unangenehm empfunden, man hat das Gefühl, es zieht“, meint Künzel. Die zweite Variante, die Kühldecke, hat nach Ansicht Künzels Nachteile, denn dort kann sich durch die kalte Luft ein Kondensat oder schlimmstenfalls Schimmel bilden.

Klimabrunnen in einer Arztpraxis; Rechte: WDR (TV-Bild) Bildunterschrift: Der Klimabrunnen kühlt und heizt bei Bedarf]
Mit dem Klimabrunnen, eine rund zwei Meter hohe Kaskade, hat Künzel ein Gerät geschaffen, das mit Wasser kühlt und gleichzeitig die Luft entfeuchtet, sodass das Problem von Schimmelpilzen oder Kondensatbildung an der Decke nicht entsteht. „Hier wird keine Luft umgewälzt, sondern nur die Luft, die am Wasserfilm entlangstreicht, wird gekühlt“ und dann dem Raum unten zugeführt, wie bei einer Querlüftung. Dabei entfeuchtet der Klimabrunnen die Raumluft, weil die vorbeistreichende Luftfeuchte in den Wasserfilm hineinwandert und dort abgeleitet wird. „Das geht ziemlich geräuschlos und es entstehen auch keine Zugerscheinungen“, so Künzel.

Ohne den Wasserfilm gäbe es Eis

In den Hohlräumen der Kaskade zirkuliert Kühlflüssigkeit, außen der gleichmäßig dünne Wasserfilm auf der Oberfläche. Die Temperatur der Flüssigkeit wird über ein Kühlaggregat gesteuert, das sich außerhalb des Raumes befindet. Die Temperatur des Wasserfilms kann problemlos weit nach unten geregelt werden. Der Wasserfilm ist notwendig, weil sonst die Raumfeuchte zu einem dicken Eispanzer kondensieren würde. Nach Messungen der Fraunhofer Wissenschaftler kann der Klimabrunnen einen halben Liter Luftfeuchtigkeit pro Stunde binden. Das entspricht in etwa dem Vierfachen der normalen Feuchteproduktion in Wohnungen. So senkt das Flächenkühlsystem die Raumtemperatur und die relative Luftfeuchte und bindet dabei noch Staub und Pollen.

Der Nürnberger Monolith

Rosafarbener Monolith in einem Wohnraum; Rechte: WDR (TV-Bild) Bildunterschrift: Der Monolith kann nur kühlen und entfeuchten]
Ein Nürnberger Lizenznehmer bringt die Fraunhofer Erfindung in zwei Versionen auf den Markt. Als flächige Kaskade und als viereckigen, nach oben zulaufenden Monolithen. Beide Varianten kosten jeweils knapp 8.000 Euro. Der Monolith kann nur kühlen und entfeuchten und kommt besonders dort zum Einsatz, wo die Sonne mehr als ein paar Tage scheint. Kleine optische Spielerei am Rande. Der Kühl-Monolith ist - je nach Wunsch - farbig von innen beleuchtet. Die Kaskade kommt ohne Beleuchtung daher. Dafür kann die Metallfläche individuell mit Folie in der Wunschfarbe oder einem Wunschmotiv gestaltet werden.

Entfeuchten, kühlen und dann noch heizen

Die Zahnärztin Daniela Löw ist von ihrem Einkauf für die Praxis begeistert „Das Tolle daran ist, dass es jahreszeitlich angepasst betrieben werden kann. Wir haben im Sommer die Kühlung und Entfeuchtung der Luft, und in der kalten Jahreszeit können wir es als Heizelement nutzen und sparen damit relativ Energie. Das ist natürlich der Clou an der ganzen Sache.“

Denn wird der Wasserkreislauf gestoppt, kann die Kaskade sogar heizen, mit Strahlungswärme. Wird das Wasser abgeschaltet, kann die Kühlflüssigkeit über das Klimagerät aufgeheizt werden und die Kaskade erwärmen. Die wird dadurch zu einer Art Strahlungsheizung, die ähnlich funktioniert wie eine Wandheizung.

 

 

Links:

 

Dieser Text gibt den Inhalt des Fernsehbeitrags von Ratgeber Bauen+Wohnen vom 04.12.2011 wieder, ergänzt um Zusatzinformationen der Redaktion. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW