Moderation: Markus Phlippen
WDR 30.11.2011:
Bildunterschrift: Markus Phlippen vor der sonnenüberfluteten Mauer]
Frisch zur Jahrtausendwende ist Markus Phlippen zum „ARD Ratgeber Heim+Garten“-Team bei Imhoff-Realisation gestoßen. Nach seinem Biologiestudium in Bonn, Bangor (Wales) und Sydney, bei dem Meeresbiologie und Zoologie im Vordergrund standen, fand er in der Realisation von Naturfilmen die perfekte Symbiose zwischen naturwissenschaftlichem Interesse und seiner kreativen Seele. Da für ihn die verständliche Darstellung von komplizierten Fakten beim Unterricht von Studenten Alltagsgeschäft war, bestand auch keine Scheu, den Schritt vor die Kamera zu machen.
Ein besonderer Reiz liegt hierbei neben dem Thema „Natur“ darin, dass man viele äußerst sympathische Menschen kennen lernt. „Gärtner sind eben im wahrsten Sinne des Wortes 'geerdete' Menschen, da ist man sofort auf einer Wellenlänge.“ Das Thema „Garten“ liegt ihm dabei sozusagen im Blut, ist er doch schon als Knirps in Großvaters Gärtnerei auf Käferfang gegangen. So entstehen auch jetzt immer wieder neue Themen beim Experimentieren im eigenen Garten. Sein Credo: „Man muss die natürlichen Zusammenhänge verstehen, dann erklärt sich vieles im Garten ganz von selbst ...“ Für die Zukunft des Themas „Garten“ wünscht er sich, dass auch die junge Generation den Garten mehr für sich entdeckt. „In England ist das ganz selbstverständlich, da geht man am Samstagabend in den Club, und am Sonntagmorgen werden die Rosen geschnitten.“
Neben der Arbeit vor der Kamera steht die Arbeit als Filmautor und Realisator für alle Themen rund um die Natur im Vordergrund. Sein Steckenpferd ist die Makrowelt, die im Garten natürlich allgegenwärtig ist, man muss nur genau hinsehen. Viele biologische Zusammenhänge werden erst beim Blick durch Lupe und Mikroskop deutlich: „Makroaufnahmen von Insekten mache ich am liebsten selbst, da kommt dann der Forschergeist wieder durch ... Auf einmal versteht man, warum eine bestimmte Biene nur diese Orchidee bestäuben kann oder wie es ein 2 Millimeter großes Insekt schafft, das robuste Blatt einer Palme anzubohren.“
Dass man bei Naturaufnahmen sehr viel Geduld braucht, wurde ihm schon während seiner Promotion klar, als er mehrere Nächte darauf wartete, die Häutung eines Flusskrebses zu filmen. Diese dauert zwar nur wenige Minuten, man weiß aber nie, wann es passiert! Und so werden oft genug die Kollegen im Studio tatkräftig eingespannt, wenn einmal wieder ein kleiner Star (in diesem Fall eine Schwebfliege) unter dem Mikroskop ausbüchst und eingefangen werden muss. „... und wenn ich nicht in Sachen Film und Garten unterwegs bin, schmiede ich äußerst gerne mit meiner Familie neue Reisepläne. Unser ganz persönlicher Favorit bleibt Australien, aber Südafrika und Jamaika machen ernsthaft Konkurrenz.“




