Hauptnavigation

Samstag, 26.05.2012

Suche im Redaktionsangebot von Bericht aus Brüssel
  • Tipps zur vergrößerten Ansicht.
  • Kontakt zur Redaktion.
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z.
  • Inhaltsverzeichnis WDR.de.
  • Hilfe.
  • Multimedia.

Bericht aus Brüssel

Navigation


Zurück: April 2012 Sendeplan für Mai 2012 Weiter: Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06
07 08 09 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31

Sie befinden sich hier: > WDR.de > WDR Fernsehen > Information > Bericht aus Brüssel > Sendung vom 11. Januar 2012 > Das Leiden der Ferkel


Das Leiden der Ferkel

  • SendeterminMittwoch, 11. Januar 2012, 21.55 - 22.10 Uhr.

Schnipp, Schnapp – Hoden ab. Allein die Vorstellung löst bei vielen Männern den sofortigen Griff in den Schritt und eine schmerzverzerrte Miene aus. Bei Schweinen nehmen wir Menschen das Leiden hin: Schon seit mehreren hundert Jahren werden Ferkel in Europa kastriert, damit deren Fleisch keinen unangenehmen Ebergeruch entwickelt. Die EU hat diese qualvolle Prozedur bis heute nicht abgeschafft. Es gibt kein Gesetz, die den schmerzhaften Eingriff ohne Betäubung verbietet.

Armes Schwein! 22 Millionen Ferkel werden jedes Jahr in Deutschland kastriert - die meisten ohne Betäubung

Seit Anfang dieses Jahres sollte es wenigstens auf Biohöfen besser werden. Doch nun entpuppt sich die vor 4 Jahren beschlossene EU-Verordnung als schwammiger Papiertiger.

EU-Gesetz eine Mogelpackung

Zwar müssen die Kastrationsschmerzen bei Bioschweinen seit dem 1. Januar 2012 gelindert werden, eine Betäubung aber bleibt weiterhin eine freiwillige Maßnahme. Konkret heißt es in dem Gesetzestext, dass das Leid der Tiere auf ein Minimum zu begrenzen sei, in dem angemessene Betäubungs- und/oder Schmerzmittel verabreicht werden. Bei der „und/oder“-Formulierung liegt das Problem, denn die Bioschweinehalter können weiterhin auf die Betäubung verzichten. Die Schmerzmittel hingegen lindern zwar den Wundschmerz, doch selten die Schmerzen während des Eingriffes.

Damit bleibt die Situation in Deutschland rein rechtlich im Prinzip wie vorher: Denn vor zwei Jahren haben sich sogar die konventionellen Schweinhalter in Deutschland schon zur Gabe von Schmerzmitteln entschlossen. Die Betäubung allerdings lehnen sie weiterhin ab, auch aus Kostengründen.

Brüssel hofft auf Freiwilligkeit der Schweinefleisch-Akteure

Die EU-Kommission macht keinen Druck. Sie hofft, dass die betroffenen Akteure auf freiwilliger Basis handeln. Immerhin - auf ihre Initative hin haben sich Landwirte, Fleischindustrie, Handel, Forschung und Tierschützer zusammengesetzt und das Ziel formuliert, ab 2018 komplett auf die Kastration von Ferkeln zu verzichten. Bis dahin soll an alternativen Methoden geforscht werden – während die Ferkel weiter leiden müssen.

Autorin:

Silke Schmidt

Links

Stand: 10.01.2012


Alle Beiträge




Europamagazin

Das Logo der Sendung Europamagazin auf einem Bildschirm dargestellt; Rechte: WDR

Die Sendung informiert umfassend über die Politik in Europa.[mehr]


Weltspiegel

Das Logo der Sendung 'Weltspiegel', ein Schriftzug vor einer Weltkugel; Rechte: WDR

Korrespondenten berichten aus aller Welt.[mehr]


  • Seite empfehlen.

Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.