Duschköpfe: Wassersparende Regulierungswut
- Mittwoch, 16. Januar 2013, 22.00 - 22.15 Uhr
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Bis 2020 sollen wir Europäer 20 Prozent weniger Energie verbrauchen. Dafür führt die EU-Kommission eine ganze Menge an Maßnahmen ein. Auch die Ökodesign-Richtlinie gehört dazu. Diese hat schon zum Verbot der klassischen Glühbirne geführt. Jetzt sind Wasserhähne und Duschköpfe dran – denn wer viel Wasser verbraucht, verbraucht auch mehr Energie.
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Bei einer Fünf-Minuten-Dusche 45 Liter sparen - ein wassersparender Duschkopf macht's möglich
Die tägliche Dusche gehört für die meisten von uns einfach dazu. Wie viel Wasser da wohl gerade über einen hinweg braust, fragen sich dabei wohl die wenigsten. Dabei ließe sich der Wasserverbrauch ganz leicht senken: mit einem wassersparenden Duschkopf.
Europaweit könnten täglich Milliarden Liter gespart werden
15 Liter Wasser kommen in der Minute durchschnittlich aus herkömmlichen Modellen. Nur 6 sind es bei den meisten Sparduschköpfen. Bei einer Duschzeit von 5 Minuten würde man so statt 75 Litern gerade mal 30 verbrauchen.
Dieses immense Einsparpotenzial will sich auch die EU-Kommission zunutze machen. Denn wenn alle 450 Millionen Europäer Wasserspar-Modelle einbauen würden, könnten täglich Milliarden Liter gespart werden. Das geht aus einem internen Arbeitspaper zur Ökodesign-Richtlinie vor. 2014 könnten die ersten konkreten Maßnahmen kommen. Zunächst denkt man über ein Kennzeichnungssystem nach. Grundsätzlich sind aber auch Verkaufs-Verbote für besonders wasser-verschwenderische Modelle möglich.
"Regulierungswut geht an Realität vorbei"
In einigen traditionell wasserreichen Mitgliedsstaaten ist der Wille zum Umdenken aber noch nicht so richtig angekommen. Auch Deutschland tut sich schwer. Die Regulierungswut aus Brüssel ginge an der Realität vorbei, kritisieren vor allem die Wasserverbände.
Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), zeigt sich irritiert „Die Deutschen gehen mit der Ressource Wasser bereits sparsam um. Wenn uns jetzt noch die Verantwortlichen aus Brüssel wassersparende Maßnahmen diktieren, dann ist das nicht nur sinnlos, sondern wird für die Verbraucher auch teuer.“
EU-Kommission: Umweltschutz geht vor
Denn die Betreiber der Wasserversorgungs-Systeme sehen unter anderem Probleme bei der Durchspülung der Leitungen: Fließt nicht ausreichend Wasser durch die Rohre, könnten sich Keime bilden, oder das Material könnte beschädigt werden , weil die Leitungen für mehr Wasser ausgelegt wurden. Der rückläufige Verbrauch in Deutschland (täglicher pro-Kopf-Verbrauch 2010: 121 Liter; 1991: 144 Liter) führe schon jetzt mancherorts zu Problemen, so dass künstlich Wasser in die Rohre gepumpt werden müsse.
Die EU-Kommission lässt diese Argumentation nicht gelten. Umweltschutz und Energiesparziele gingen vor. Die Infrastruktur müsse den neuen Anforderungen angepasst werden – nicht umgekehrt. Denn niemand kann sich sicher sein auch, auch in den kommenden Jahrzehnten noch ausreichend Wasser zu haben. Schon jetzt erreichen Trockenperioden und Dürren Gebiete, die bislang nicht davon betroffen waren. Anfang 2012 wurden beispielsweise Teile Großbritanniens von einer monatelangen Trockenheit heimgesucht – ein Land, das bekannt ist für seinen Dauerregen.
Vierköpfige Familie kann bis zu 110 Euro pro Jahr sparen
Über kurz oder lang ist es also ratsam, den Wasserverbrauch auch in jetzt noch wasserreichen Gebieten zu senken. Rechnen tut sich das ohnehin schon – auch ohne EU-Regulierung. Duscht eine vierköpfige Familie fünf Minuten pro Tag mit einem Wassersparduschkopf, spart sie pro Jahr rund 110 Euro. Es gibt sogar Berechnungen, nach denen die Ersparnis noch größer ausfallen würde.
Und das ist noch nicht alles. Wer unter der Brause Wasser spart, spart vor allem an warmem Wasser – und damit an Energie, die zum Aufheizen benötigt wirkt. So ist der Umwelt geholfen und weitere hunderte von Euro für Strom oder Gas werden nicht einfach so den Abfluss hinunter gespült..
Autorin: Judith Wedel
Stand: 15.01.2013
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