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Sendung vom 09. Februar 2010
fit & gesund
Herzerkrankungen gelten bei Männern als häufigste
Todesursache. Doch auch viele Frauen sterben daran. Schmerzen in
der Brust, Ziehen im Arm – das sind typische Symptome
für Herzinfarkt beim Mann. Bei Frauen sind die Alarmzeichen
alltäglicher. Übelkeit, Schwäche und Bauchweh
beispielsweise. Das wird oft falsch gedeutet. Gerade nach
Katheter-Eingriffen und Bypass-Operationen spielt das Geschlecht
eine wichtige Rolle. Im Zeitraum von 30 Tagen nach der OP sterben
doppelt so viele Frauen wie Männer. Kurz nach dem Eingriff ist
die Gefahr am größten, dass Gefäße verstopfen
und das Herz unterversorgt ist.
Die Ursache hierfür könnte sein, dass bei Frauen die
Gerinnungsfaktoren im Blut anders sind. Sie werden maßgeblich
von den Hormonen beeinflusst. Auch bei Herzrhythmusstörungen
gibt es Unterschiede. Bestimmte Eigenschaften der Herzmuskelzellen
sind von Hormonen abhängig. Deshalb machen manche
Präparate, die den Herzschlag kontrolliert senken sollen,
Frauen – anders als Männer – oft müde und
schlapp. Bei bestimmten Betablockern können die Nebenwirkungen
sogar tödlich sein.
Auch bei Allergie- und Schlafmitteln, Kortisonpräparaten und Antibiotika können Frauen anders reagieren als Männer, da Stoffwechselprozesse bei ihnen anders ablaufen. Die Wirkstoffe werden unterschiedlich abgebaut. In der Leber bauen beispielsweise bestimmte Enzyme die Medikamente ab, gleichzeitig wandeln sie auch Hormone um, z.B. Östrogene. Für Frauen bedeutet das: mehr Östrogene - mehr von diesen Enzymen. Deshalb werden einige Medikamente von Frauen schneller "verstoffwechselt", die Mehrzahl jedoch viel langsamer. Das Problem: In Medikamenten-Studien ist der typische Proband männlich, mittleren Alters und gesund. Der so genannte "kleine Unterschied" macht sich auf Beipackzetteln noch viel zu selten bemerkbar.
Stand: 08.02.2010