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daheim+unterwegs
Sendung vom 17. Juni 2011
Wir in NRW
Du mähst meinen Rasen, dafür putze ich deine Fenster!
Im Tauschring ist Geben und Nehmen Trumpf. Jeder kann Mitmachen
beim Tauschen von Gegenständen und Dienstleistungen. Margret
Liebl, die seit zehn Jahren in einem gut funktionierenden
Tauschring mitmischt, verrät, wie es geht. Tauschringe es seit
Mitte der 90-er Jahre in vielen deutschen Städten, aber auch
in den Niederlanden, Belgien und Schweden. Getauscht wird ohne
Geld, aber jeder Tauschring seine eigene Währung. In
Düsseldorf heißt sie Dankeschön (20 Dankeschön
= eine Stunde), in Essen „Kohlen“, in Rostock
„Knoten“, in Hannover und Köln
„Talente“. Die aufgewendete Zeit wird in die
entsprechende Währung umgerechnet. In Düsseldorf muss
jedes Mitlied 15 „Dankeschön“ im Monat an den
Verein zahlen für die Verwaltung, Papier- und Druckkosten etc.
Bei einem Minus von 160 „Dankeschön“ bekommt das
Mitglied eine Mahnung, bei 200 Miesen eine Sperre. Dann muss er
erst mal wieder „Dankeschöns“ hereinholen, indem
er etwas für andere tun. Man muss ständig aktiv sein,
damit das Konto ausgeglichen ist.
Getauschte Kuchen und Ferien
Margret Liebl ist rundum glücklich in ihrem Tauschring. So hat
sie zur Hochzeit ihrer Tochter eine dreistöckige Torte backen
lassen. Außerdem wurde ihr auf diese Weise ein großer
Raum für ihre Geburtstagfeier zur Verfügung gestellt. Sie
macht inzwischen Urlaub über den Tauschring und hat sich ein
solides Netzwerk geschaffen. Dadurch spart sie Geld und Zeit und
hat neue Kontakte gewonnen.
Die Grundidee: Jede Arbeit ist gleich viel wert und jeder
kann etwas, mit dem er anderen helfen kann und jeder braucht mal
Hilfe. Der Tauschring ist Ersatz bzw. Ergänzung von
Nachbarschaftshilfe. Nur die Arbeitszeit wird in
„Dankeschön“ beglichen. Verwendete Materialien
(z.B. Backzutaten, Haarfärbemittel zahlt man in Euro. Die
meisten Leute im Tauschring sind allein stehend. Es gibt hier mehr
Menschen über 50 als jüngere.
Stand: 15.06.2011
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