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daheim+unterwegs
Sendung vom 05. Januar 2012
Garten
Kakteen gehören zu den Sukkulenten, einer dickfleischigen Pflanzenart. Sie sind besonders in den wärmeren Gegenden der Erde zu Hause und sind daher auf ihre guten Speichereigenschaften angewiesen. Gärtnerin Gabriele Seelbach stellt die Überlebenskünstler vor. Über 1500 verschiedene Arten gibt es und manche davon dienen den Menschen schon seit Urzeiten als Nutzpflanze. Sei es, weil sie heilende oder berauschende Substanzen enthalten, ihre Haare bzw. Stacheln als Matratzenfüllung oder als Nähnadel und Angelhaken dienen oder bestimmte Arten als Schutzhecke gedeihen. In unseren Breiten sind Kakteen aufgrund ihrer bizarren Formenvielfalt und ihren schönen Blüten begehrte Zimmerpflanzen. Frostharte Sorten zieren jedoch auch den Garten rund ums Jahr.
Kakteen lieben das Licht. Neben den sonnenhungrigen Wüstenarten gibt es allerdings auch Wald- und Wiesenkakteen, die pralle Sonne nicht so gut vertragen. Ein heller Standort ist aber für alle Arten ideal. Die Fensterbank ist deshalb ein guter Platz für die stacheligen Schönheiten. Bei Temperaturen von 20 bis 35 Grad Celsius fühlen sie sich wohl. Und was den Boden anbelangt: Er muss durchlässig sein, damit sich keine Staunässe bildet. Empfehlenswert ist eine Mischung aus gut abgelagerter Komposterde, verwittertem Lehm, grobem Sand und grobfaserigem Torfmull. Zur Auflockerung und besseren Durchlüftung können auch Ziegel- oder Granitgruß, Kunststoffspäne (z.B. kleine Styroporkügelchen), Perlit oder Bimskies beigemischt werden. Wem das Mischen zu aufwändig ist, der kann im Fachhandel Fertigerdmischungen erstehen. Stehen Kakteen in einem Topf, kann man sie problemlos zusammen setzen. Allerdings sollte der Topf ein Loch im Boden haben, damit sich das überschüssige Wasser nicht im Substrat staut.
Kakteen brauchen, außer im Winter, regelmäßig Wasser. Allerdings nicht zu oft und zu üppig. Denn obwohl sie sehr robust sind, gehen sie bei zu viel Flüssigkeit ein. Am besten von Mai bis August einmal in der Woche durchdringend gießen. Anschließend das Substrat bis zum nächsten Gießen völlig trocknen lassen, denn Staunässe bekommt ihnen nicht. Von Zeit zu Zeit können Sie die Kakteen mit der „Anstaumethode“ durchfeuchten. Hierzu den Kaktus einige Minuten bis über den Topfrand in ein Gefäß mit Wasser halten, so dass sich das Substrat vollsaugen kann. Anschließend abtropfen lassen. Ab September sollte man das Gießen schrittweise reduzieren, im Winter schließlich völlig einstellen, so dass die Kakteen in der kälteren Jahreszeit mindestens drei Monate trocken stehen, vorausgesetzt sie haben einen kühlen Standort. Stehen die Kakteen allerdings direkt über einer Heizung, sollten sie auch im Winter einmal im Monat etwas Wasser bekommen. Etwa Anfang bis Mitte März sollte man dann wieder allmählich mit dem Gießen einsetzen.
Umgetopft wird, wenn der Topf zu klein wird, die Erdmischung schon älter ist oder der Kaktus kränkelt. Die beste Zeit ist das Frühjahr. Vor dem Umtopfen gießt man die Pflanze durch und löst die Wurzeln vom Topf. Sind sie durch das Loch am Boden des Topfes gewachsen, besser den Topf zerschlagen, als die Wurzeln schneiden. Nach dem Herauslösen aus dem Topf sollte man den Erdballen um die Wurzeln vorsichtig auflockern und schauen, ob sich im Wurzelbereich Schädlinge befinden (z.B. Wurzelläuse). Diese müssen vor dem Umtopfen chemisch bekämpft werden. Nach dem Eintopfen in das neue Substrat sollten Sie erst nach fünf bis zehn Tagen wieder gießen. Vor den Stacheln schützen beim Umtopfen am besten Gartenhandschuhe oder stabile Papier- oder Stoffstreifen, die man um den Kaktus legt.
Stand: 04.01.2012
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