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Service

Spitzenverdienst durch Heimarbeit – geht das?

  • SendeterminDonnerstag, 05. Januar 2012, 16.15 - 18.00 Uhr.
Kugelschreibermontage
Winkt da ein toller Verdienst?

Kann man reich werden, ohne das Haus zu verlassen? Zeitungsannoncen und das Internet versprechen: Mit dem richtigen Job verdienen Sie das Geld so nebenher. Doch die wenigsten Heimarbeitsangebote sind wirklich lukrativ, manche sind sogar kriminell. Das hat ein Lockvogel für uns herausgefunden.

Der Klassiker: Kugelschreibermontage

Leider ist gleich der erste Versuch ein Flop. Vom Kugelschreibermontieren hatten wir uns zwar keinen Riesenverdienst versprochen, aber als Einstieg in die Heimarbeit wollten wir den Klassiker unbedingt ausprobieren. Das Internetangebot der Firma Heimwerk Hamburg, verspricht, die Kugelschreiber seien „hochwertig und von ausgezeichneter Qualität“. Der versprochene Verdienst: 76 Cent pro Kugelschreiber. Wenn man 300 Stück pro Woche schafft, macht das laut Homepage 228 Euro Verdienst in der Woche und 912 Euro im Monat. Fünf bis acht Einzelteile hat so ein Kugelschreiber. Unser Lockvogel montiert der Übung halber einen eigens erworbenen Kugelschreiber in knapp anderthalb Minuten. Der große Haken an der Sache: Drei Wochen nachdem wir 80 Euro „Aufwandsentschädigung“ für ein Kugelschreiber-Startset überwiesen haben, ist immer noch kein Paket angekommen. Das schnelle Geld können wir hier also schon deshalb nicht machen, weil wir gar nicht loslegen können. Außerdem kommen uns Zweifel an der Seriosität des Angebots.

Kosmetik
Der Haken beim Verkauf von Kosmetik: Man muss zunächst tief in die eigene Tasche greifen.

Finger weg

Also: Finger weg! Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt seit 2010 auf ihrer Internetseite ausdrücklich vor dem „Heimwerk Hamburg“ (manchmal auch „Heimwerk Spanier“ genannt), und zwar nicht nur vor der nebenberuflichen Kugelschreibermontage, sondern auch vor dem Anfertigen von Briefmarkenschaupackungen, dem Füllen von Wundertüten und dem Kopieren von CDs. Wer sich auf Nebentätigkeiten mit Vorkasse einließe, gehe immer ein hohes Risiko ein, so die Verbraucherzentrale. Vorsicht ist geboten, sobald eine „Aufwandsentschädigung“ anfällt.

Schöner Schein: Kosmetika im Strukturvertrieb

Bei einer Schulung im Bergischen Land gibt es Details: Man soll die Pflegeprodukte verkaufen oder besser noch – Menschen anwerben, die als eine Art Subunternehmer die Produkte an den Mann und die Frau bringen. Dann bekommt man eine Provision und wird sehr erfolgreich, wie uns die Leiterin der Schulung in einem Interview verspricht. Und auf Nachfrage, wie viel man verdienen könne, wenn man zehn Stunden im Monat arbeite, heißt es: „Man kann mehr verdienen, als wenn man 40 Stunden in einem normalen Job einsetzt.“ Der Haken: Man muss zunächst tief in die Tasche greifen, um einen Grundstock an Anti-Aging-Mitteln einzukaufen. In einer Beispielrechnung ist von 1.000 Euro netto im Monat die Rede. Ob das die Pflegeprodukte wert sind, kann man als Laie kaum erkennen. Richtig reich wird in erster Linie der Kopf des Unternehmens. Fazit: Risiken abwägen! Wer in den unteren Etagen eines Strukturvertriebs einsteigt, riskiert, auf der Anfangsinvestition sitzen zu bleiben – mangels Verkaufsgeschick oder weil er moralische Zweifel hat, ob die Ware ihr Geld wert ist. Man verärgert außerdem meist seinen Bekanntenkreis mit nervigen Verkaufsversuchen oder verliert Freunde, weil man diese als Verkäufer anwirbt und sie womöglich keinen Erfolg haben.

Stand: 04.01.2012


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