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Sendung vom 11. Januar 2012
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Das Ehrenamt steckt in der Krise. Zu viele Anfragen treffen auf zu wenige Freiwillige. Das jedenfalls sind die Erfahrungen bei der Ehrenamt Agentur in Essen. Studiogast Janina Krüger hat die Agentur vor sieben Jahren mit gegründet und ist Geschäftsführerin. Sie berät Freiwillige, die einen passenden Einsatzort suchen, und Einrichtungen, die ihre Dienste durch den Einsatz von Freiwilligen ergänzen und weiterentwickeln wollen. Die Ehrenamt Agentur hat zudem zehn eigene soziale Projekte, für die sie immer wieder ehrenamtliche Helfer sucht.
Die Caritas hat eine Suchmaschine für Freiwilligendienste gestartet. Unter www.caritas-ehrenamt.de findet man zahlreiche Projekte, bei denen man sich ehrenamtlich engagieren kann. Die Seite hilft auch, das für sich passende Ehrenamt zu finden. Aktuell sind etwa 2.000 Stellen bundesweit frei. Auch die Berliner „Stiftung Bürgermut“ sammelt ungewöhnliche Ideen von Ehrenämtern und bürgerschaftlichem Engagement und stellt sie auf einer Internet-Plattform vor. Im Mai 2007 wurde die Stiftung gegründet. Mittlerweile gibt es schon mehr als 1.000 Erfolgsgeschichten.
Es gibt mittlerweile zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Was man dafür bekommt? Das gute Gefühl, etwas Nützliches getan zu haben und anderen Menschen helfen zu können. Zum Beispiel jungen Müttern und Familien. Die Evangelische Familienhilfe in Düsseldorf tut genau das mit ihrem "Welcome-Center" für frischgebackene Eltern. Gerade dann, wenn Oma, Opa und Tante nicht in der Nähe sind. Das Prinzip: Menschen mit Zeit helfen jungen Müttern ehrenamtlich. Das Ziel: die Gesellschaft kinderfreundlicher machen. Vor drei Jahren haben die ersten ehrenamtlichen Helfer in Düsseldorf begonnen. Die Idee kommt gut an.
Eine Auszeichnung, nämlich das Bundesverdienstkreuz für ehrenamtliches Engagement, hat Tanja Rebmann aus Reken schon erhalten. Sie wird dann gerufen, wenn ein Tanker kentert und Öl ausläuft. Denn die Vogelschützerin weiß ganz genau, wie man ölverschmierte Vögel reinigt und wieder auswildert. Sie war unter anderem bei Ölkatastrophen in Frankreich, Spanien, Norwegen. Europaweit gilt sie als Expertin für Vogelschutz. Ihr ehrenamtliches Engagement kostet Tanja Rebmann und ihre Kollegen vom „Project Blue Sea“ viel Zeit und Geld. Tanja Rebmann wünscht sich mehr Geld von Sponsoren und auch mehr ehrenamtliche Helfer, um noch mehr Seevögeln das Leben retten zu können.
Beim Nachbarschaftsnetzwerk geht es darum, sich untereinander zu helfen. Hannelore Friedrichs aus Neukirchen Vluyn zum Beispiel sitzt seit einem Rückenleiden im Rollstuhl. Eine Deckenlampe montieren kann sie nicht mehr. Da ist sie auf Hilfe angewiesen. Genau für solche Fälle gibt es dort seit Kurzem das Nachbarschaftsnetzwerk. Ehrenamtlich helfen Senioren anderen Senioren, um ihnen das Leben im Alter zu erleichtern. Und manchmal einfach nur, um für einander da zu sein.
Stand: 10.01.2012
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