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Sendung vom 03. Februar 2012
Gesundheit
Süßholz ist eine vielseitige Heilpflanze mit einer
langen Tradition. Schon die alten Ägypter und Römer
schätzten die vielseitige Wurzel. In Europa wird
Süßholz seit dem Mittelalter verwendet und auch in der
Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist die Heilwirkung der
Wurzel schon lange bekannt. Aufgrund ihrer Wirkung gegen Husten,
Heiserkeit und Magenprobleme ist sie die Arzneipflanze 2012. Unsere
Allgemeinmedizinerin und TCM-Expertin Dr. Linda Tan stellt die
wirkungsvolle Wurzel vor.
„Süßholz raspeln“ bedeutet „jemandem
schmeicheln“ oder „sich beliebt machen.“ Der
Spruch kommt vermutlich daher, dass man früher
Süßholzwurzeln durch Raspeln zerkleinerte und daraus
auch Süßwaren herstellte. Da Süßes
früher reiner Luxus war, ließ sich damit leicht jemand
"becircen". Auch in der modernen Küche wird
mittlerweile „Süßholz geraspelt“. So werden
zum Beispiel Risotto- oder Nudelgerichte mit Süßholz
oder Lakritzpulver verfeinert.
Süßholz wird eine entzündungshemmende, antibakterielle, schmerzlindernde, krampflösende, harntreibende, schleimlösende, verdauungs- und auswurffördernde Wirkung zugeschrieben. Medizinisch verwendet man die getrockneten Wurzeln und ihre Ausläufer. Zu den pharmakologisch bedeutsamen Inhaltsstoffen zählt vor allem das Glycyrrhizin, ein Stoff, der 50 Mal süßer ist als Zucker.
Typische Anwendungsgebiete sind Husten, Bronchialkatarrh und andere Erkrankungen der oberen Atemwege. Aber auch bei Verstopfung, Magenbeschwerden und -geschwüren soll Süßholz helfen. In der TCM wird und wurde die Wurzel auch bei Hautunreinheiten und Geschwüren verwendet. Im ostasiatischen Raum wird sie darüber hinaus auch bei chronischer Hepatitis und Leberzirrhose eingesetzt. Arzneimitteln ist es bisweilen zugesetzt, um den Geschmack zu verbessern.
Der im Süßholz enthaltene Stoff Glycyrrhizin kann unerwünschte Nebenwirkungen haben. Eine zu hohe Menge kann den Elektrolythaushalt des Körpers beeinflussen und zu Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Wassereinlagerungen im Gewebe führen. Laut Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) soll eine Aufnahme von 100 Milligramm Glycyrrhizin täglich nicht überschritten werden. Der in der EU zugelassene Grenzwert liegt bei 200 Milligramm/100 Gramm für im Handel frei erhältliche Lakritze. Produkte, die diesen Wert überschreiten, dürfen nur in Apotheken verkauft werden. Bei Erkrankungen von Leber, Herz und Niere, Bluthochdruck, Diabetes (Typ 1, Typ 2) und in der Schwangerschaft sollten nur handelsübliche Mengen von „Kinderlakritze“ verzehrt werden. Generell ist – vor allem bei Kindern – von einem ständigen Verzehr von Lakritze abzuraten.
Süßholz ist häufig Bestandteil von Husten- und Magentees, den man auch selbst herstellen kann. Dazu einen gestrichenen Esslöffel geraspelte Süßholzwurzel mit etwa 150 ml Wasser kurz aufkochen, fünf Minuten köcheln lassen, mit einem Sieb abseihen und dreimal täglich eine Tasse lauwarmen Tees nach den Mahlzeiten trinken. Süßholzprodukte sind in Naturkostläden, Reformhäusern, Drogerien und Apotheken erhältlich.
Stand: 02.02.2012
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