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daheim+unterwegs
Sendung vom 06. Februar 2012
Service
Smartphones erobern nun auch die Gesundheitsbranche. Die Zahl der Gesundheits-Apps hat sich seit 2010 verdreifacht, mittlerweile gibt es rund 15.000 solcher sogenannten Apps, kleine Programme, die Vorsorge und Begleitung von Krankheiten versprechen, manche gar deren Diagnose. Doch das eigene Handy als Arzt: Taugt das? Die Kollegen aus der Redaktion "Geld & Leben" haben das bei fünf verschiedene Apps überprüft.
Der Hersteller verspricht, mit dieser App Hautkrebs frühzeitig erkennen zu können - und zwar mit ganz einfachen Mitteln: Mit der Fotokamera des Smartphones den Leberfleck auf der Haut fotografieren und vom Programm analysieren lassen. Ein paar Sekunden später liegt dann das Ergebnis vor - allerdings völlig unzureichendes. Bei der Testperson hat das Programm ein hohes Gesundheitsrisiko entdeckt, ein Hautarzt aber fand den untersuchten Leberfleck völlig unbedenklich.
Die App verspricht, die nächste offene Apotheke zu finden, sei es an Sonn- und Feiertagen oder eine Notdienstapotheke. Das klappte im Test sehr gut. Zudem ist die App einfach zu bedienen und leicht zu verstehen. Ist die Ortungsfunktion des Smartphones eingeschaltet, schickt uns die App gleich auf die Reise zur nächsten Apotheke. Fazit: Eine nützliche App, die zahlreichen kostenlosen Varianten des Apothekenfinders von unterschiedlichen Herstellern sind für den Alltag absolut ausreichend.
Für das Zusatzgerät fallen allerdings 99,99 Euro an. Der Gedanke an ein Lockvogelangebot liegt da zumindest nicht fern. Können Gesundheitsapps auch bei chronischen Krankheiten im Alltag eine Hilfestellung sein? Im Test werden zusammen mit einer Diabetologin die Messergebnisse des Smartphones mit einem handelsüblichen Blutzuckermessgerät verglichen. Fazit: Das Gerät funktioniert einwandfrei, die Daten können unkompliziert digital gespeichert und per E-Mail an den Arzt weitergeleitet werden.
Die verspricht, bei Erste-Hilfe-Maßnahmen zu unterstützen - z. B., wenn man einen Bewusstlosen am Straßenrand findet. Die Menüführung ist einfach und verständlich. Schritt für Schritt erklärt die App, was in einer Notsituation zu tun ist. Aus medizinischer Sicht liegt das Programm bis auf einen kleinen Fehler in der Reihenfolge richtig, allerdings hat es einen entscheidenden Nachteil: Für Erste-Hilfe-Maßnahmen braucht man beide Hände, gleichzeitig muss das Smartphone aber auch noch bedient werden. Das klappt in einer hektischen Situation, wo jede Sekunde zählt, nur schwer. Eine gute Gedächtnisstütze, die aber einen Erste-Hilfe-Kurs nicht ersetzen kann.
Diese App behauptet, unser Hörvermögen beurteilen zu können. Nötig dafür: handelsübliche Kopfhörer und ein ruhiger Raum. Die App sendet akustische Signale, die mit einem Tippen auf dem Bildschirm bestätigt werden sollen. Danach wertet das Programm aus, wie gut das Hörvermögen ist. Das Testergebnis wird einem HNO-Arzt vorgelegt, der zum Vergleich bei derselben Testperson noch einmal einen medizinischen Hörtest macht. Der Test liegt in der Tendenz richtig, zeichnet aber ein sehr unscharfes Bild - nicht zuletzt auch, weil handelsübliche Kopfhörer für eine verlässliche Diagnose nicht geeignet sind. Die Ergebnisse eines Testes können verunsichern. Im Zweifel also lieber zum Arzt gehen.
Navigationsapps wie den Apothekenfinder sind uneingeschränkt empfehlenswert. Dasselbe gilt auch für einfache Messinstrumente wie den Glucko Dock für Diabetiker. Die Erste-Hilfe-App ist eine gute Gedächtnisstütze, kann aber keinen praktischen Kurs ersetzen. Falsche Diagnosen hingegen lieferten Apps wie Skin Scan oder der Hörtest. Hier gilt: Ein Smartphone kann nicht die Diagnose eines Arztes ersetzen.
Stand: 03.02.2012
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