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daheim+unterwegs
Sendung vom 08. Februar 2012
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Im besten Fall wissen wir, was zu tun ist, wenn Menschen in eine Notsituation geraten. Dann packen wir mit an. Doch Erste Hilfe ist nicht gleich Erste Hilfe. Notfallarzt Dr. Christian Illian räumt mit den klassischen Irrtümern auf.
Situation 1: Ein verunglückter Motorradfahrer liegt verletzt auf der Straße. Was ist zu tun? Sollte der Motorradhelm bleiben, wo er ist – nämlich auf dem Kopf des Verletzten? Oder sollen wir ihn abnehmen?
Dr. Illian: Ist der Verunglückte nicht sichtbar verletzt, sollte man ihm den Helm abnehmen. Die Gefahr, an Erbrochenem zu ersticken, ist größer als die Gefahr einer Lähmung. Außerdem braucht der Verletzte dringend frische Luft – mehr, als er unter dem Helm bekommen kann.
Situation 2: Sie sind auf einer Wandertour. Jemand aus der Gruppe stürzt. Offenbar ist das Bein gebrochen. Was tun?
Dr. Illian: Verzichten Sie darauf, das Bein zu schienen. Das kann der Rettungsdienst besser. Lieber das Bein ruhig stellen, kühlen und warten, bis professionelle Hilfe vor Ort ist.
Situation 3: Der Küchen-Azubi hat sich böse in den Arm geschnitten und blutet stark. Wunde abbinden - oder?
Dr. Illian: Abbinden wäre falsch. Dadurch könnte das gestaute Blut verklumpen und eine Thrombose auslösen. Besser ist es, den Arm hochzuhalten und einen Druckverband anzulegen.
Situation 4: Ein Jogger ist im Park unterwegs. Plötzlich sackt er in sich zusammen. Er schwitzt stark, ist knallrot im Gesicht, atmet heftig. Ein Helfer will die Beine des Betroffenen hochlegen, der nächste lieber den Oberkörper, und trinken soll das Opfer. Was ist denn nun richtig?
Dr. Illian: Stabile Seitenlage und den Kopf überstrecken.
Situation 5: Am Lagerfeuer war ein Bekannter zu mutig und hat sich böse Verbrennungen zugezogen. Klar, da helfen nur Quark und Mehl. Oder etwa nicht?
Dr. Illian: Quark und Mehl bleiben besser in der Küche. Am besten ist es, lauwarmes Wasser langsam über die verbrannten Körperstellen zu schütten, das zieht die Hitze aus dem verbrannten Gewebe.
Stand: 07.02.2012
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