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Sendung vom 27. Juni 2011
Protestbürger
Es rumort in Deutschland. Zahllose Menschen gehen auf die Straße, um zu demonstrieren: Lehrer, Hausfrauen, Sekretärinnen, Rentner. Menschen vor allem aus der bürgerlichen Mitte. Sie protestieren gegen Atomkraft, gegen Großprojekte vor der eigenen Haustür. Menschen mucken auf, weil sie sich bedroht fühlen. Weil sie Entscheidungen in Behörden als willkürlich empfinden und den Politikern nicht mehr vertrauen. Eine neue Protestkultur entsteht.
Da ist zum Beispiel der 75-jährige Erich Hennen, der seit
fünf Jahren gegen eine Pipeline kämpft, die mitten durchs
Ruhrgebiet führt. In Greifswald trifft
story-Autor Michael Wech Nadja Tegtmeyer, die das
von Parteien unabhängige Anti-Atom-Bündnis Nordost
gegründet hat und gegen Castor-Transporte protestiert. Und in
Garmisch-Partenkirchen kämpft eine Gruppe von Landwirten
gemeinsam mit dem Förster Axel Döring gegen die
Olympiabewerbung „München 2018".
Die Olympischen Spiele, so beklagen die Landwirte um Anton
Hornsteiner, würden den Ort für immer verändern:
„Wir möchten unsere Heimat schützen - das ist uns
das Wichtigste", sagt Hornsteiner. Die Entscheidung über
die Olympia 2018 wird für den 6. Juli 2011 erwartet.
Sie wollen ihre Heimat gegen die Interessen von Industrie und
Politik verteidigen. Je mehr sich Bürger von demokratischen
Entscheidungsprozessen abgeschnitten fühlen, desto verhementer
artikulieren sie ihren Widerstand. Ihr Protest schafft aber auch
etwas Neues - ein Gemeinschaftsgefühl unter Gleichgesinnten,
ein neues Erlebnis unter Nachbarn.
Redaktion: Jo
Angerer, Mathias
Werth
Michael Wech
Stand: 09.06.2011
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