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Entführt und verkauft – Chinas geraubte Kinder

Ein Film von Edgar Wolf

  • SendeterminMontag, 23. Januar 2012, 22.00 - 22.45 Uhr.
  • WiederholungsterminDonnerstag, 26. Januar 2012, 14.15 - 15.00 Uhr (Wdh.).

Bis heute ist ungeklärt, wie der Täter in die Wohnung kam. Wahrscheinlich stieg er durchs offene Fenster ein, denn die kleine Wanping konnte die Wohnungstüre von innen nicht öffnen. Und Einbruchspuren waren nicht zu entdecken.

Junge chinesische Frau
Dai (32 J.) hat nie die Hoffnung aufgegeben, ihre leiblichen Eltern wiederzusehen.

Zwei Jahre ist das nun her – seitdem wird das Mädchen verzweifelt von ihren Eltern gesucht. Weit mehr als 20.000 Kinder werden jedes Jahr in China gekidnappt, werden Opfer eines einträglichen Verbrechens. Die Eltern sind meist einflusslose Bauern oder Wanderarbeiter, die polizeilichen Ermittlungen verlaufen entsprechend schleppend – wenn überhaupt.

Junge Frau beim Bluttest
Dai macht einen Bluttest - die letzte bürokratische Hürde vor dem Zusammentreffen mit ihren Eltern.

Dai war zehn Jahre alt, als sie 1989 entführt wurde. Sie durfte nicht mehr zur Schule gehen, musste stattdessen auf den Feldern ihrer „Kaufeltern“ schuften. Wie die Kinder leiden auch die leiblichen Eltern, sagt Baoyan Zhang von der chinesischen Hilfsorganisation „Baby Come Home“: „Viele Eltern bekommen psychische Probleme, manche begehen Selbstmord, bei anderen zerbrechen die Ehen. Einige suchen schon seit mehr als 20 Jahren.“

Chinesische Hilfsorganisation "Baby come Home"
Der Polizisten Ao half Dai ihre Eltern zu finden und wird nun von der Hilfsorganisation "Baby come Home" geehrt.

Nun gelang es, die Spur Dais zurückzuverfolgen. die story begleitet Dai, als sie nach 22 Jahren wieder ihre Eltern in die Arme schließt. Und Dais „Kaufeltern“ erklären, warum sie damals viel Geld für das Mädchen bezahlt haben.

Umarmung
Nach 22 Jahren sieht Dai ihre Eltern wieder...

Für die meisten Opfer gibt es allerdings kein Happyend, auch nicht für die Mutter von Wanping: „Wenn ich Kinder im gleichen Alter sehe, ist es besonders schwer für mich. Dann stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn wir noch immer glücklich miteinander leben würden.“

Redaktion: Norbert Hahn

Autor:

Edgar Wolf

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Stand: 20.01.2012


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