Isles of Scilly

Erlebnisreisen-Tipp

  • Freitag, 29. Juni 2012, 09.20 - 09.31 Uhr

Bildcollage

Pflanzenparadies im Atlantik mit einem Flair von Karibik, Geheimtipp für Leute, die Ruhe und Einsamkeit suchen, Eldorado für Segler: So lassen sie sich wohl am besten beschreiben, die rund 40 Kilometer vor der Küste Cornwalls im Südwesten Englands gelegenen Isles of Scilly. Von den über 50 Inselchen sind fünf bewohnt – und das von gerade einmal 2.000 Engländern.

Durch den in der Nähe der Inselgruppe vorbeifließenden Golfstrom herrscht ein sehr mildes Klima. Frost gibt es nur ganz selten. Zum letzten Mal soll es hier vor zehn Jahren gefroren haben.



Bucht in Scilly

Die Inseln leben hauptsächlich von der Blumenzucht und dem Tourismus. Bereits im Februar werden hier Osterglocken kurz vor der Blüte geschnitten und auf die Großmärkte in England gebracht.

Die Isles of Scilly sind für ihren sanften Tourismus bekannt. Neue Hotels und Unterkünfte werden nicht mehr gebaut. Nirgendwo gibt es Hochhäuser, dafür viel unberührte Natur. Weiße Sandstrände wechseln sich ab mit einer bizarren Felsenküste. Aber es kann auch sehr stürmisch werden, und oft herrscht über Stunden und Tage Seenebel. Daher gelten die Scillies auch unter Seefahrern seit jeher zu den gefährlichsten Gebieten der Welt.

Die beste Reisezeit ist das Frühjahr, da im Sommer die Preise für die Unterkünfte sehr hoch sind. Im Tresco Abbey Garden und im Community Garden auf St. Mary’s blühen im Frühjahr bereits viele Pflanzen.

Auf den Inseln hat der Besucher das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Die Menschen dort sind sehr offen und hilfsbereit. Sie scheinen sich alle irgendwie untereinander zu kennen und vermitteln auch gerne den Kontakt zu anderen Inselbewohnern.



Tresco Island

Der Hubschrauber landet direkt neben dem Tresco Abbey Garden. Tresco ist wie die anderen Inseln – ausgenommen St. Mary’s – autofrei und deshalb für Familien mit kleinen Kindern besonders geeignet.

Gegenüber der Südseite der Insel Tresco liegt die Insel Bryher, die man bei Ebbe sogar zu Fuß erreichen kann. Die Bucht ist bevorzugter Ankerplatz für große und kleine Schiffe. Zum offenen Meer hin wurde früher die Einfahrt zu den Inseln vom Cromwell Castle aus bewacht. Das ist jetzt ein beliebter Aussichtspunkt. Im Norden geht der Blick auf eine weite Bucht, in der sich im Schutz der vorgelagerten Felsen das Inselhotel verbirgt. Von Palmen und blühenden Pflanzen umstanden, vermittelt es ein Bild von Südseeromantik. Die Bungalows mit Blick aufs Meer haben allerdings ihren Preis, Sonderangebote gibt es im Frühjahr. Der weiße Sandstrand nebenan ist meistens menschenleer. Segeln gehört mit zum Hotelangebot.

Sämtliche Cottages auf der Insel werden über die Inselagentur vermittelt. Sie gehören alle dem Besitzer der Insel, die sich in Privatbesitz befindet. Alle Cottages sind sehr gepflegt und bestens eingerichtet. Der Preis richtet sich nach Saison und Größe und liegt höher als in Cornwall ansonsten üblich.



Bucht in Scilly

Tresco Abbey Garden

Der untere Teil macht gleich den Eindruck eines mediterranen Gartens. Brunnen und Skulpturen ziehen den Besucher in ihren Bann. Rund um die alte Abtei hat alles angefangen. Vor 170 Jahren hatte eine reicher Engländer die Idee, hier einen ganz besonderen Garten anzulegen. Er hatte die Insel vom Herzog von Cornwall erworben. Und nun mussten exotische Pflanzen aus aller Welt her. Die blaue Puya, die wie aus Porzellan aussieht, kam aus Chile. Die Blütenstände bleiben über Monate erhalten. Auf diese Pflanze war der Gartengründer Augustus Smith so stolz, dass er sich daneben mit einer der ersten Kameras ablichten ließ. Seine Nachkommen vergrößerten den Garten immer weiter. Auch das Anwesen neben dem Garten wurde immer stattlicher und dient den derzeitigen Besitzern weiterhin als Domizil.

Rund 40.000 Gartenfreunde kommen jährlich in den Tresco Abbey Garden, der jeden Tag geöffnet ist. Wohl nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so viele subtropischen Pflanzen auf einmal zu bestaunen. Insgesamt sind es an die 4.000 verschiedene Pflanzen, die in diesem Garten mit Südhanglage wachsen.

Der Neuseeländische Weihnachtsbaum besticht durch seine knallroten Blüten, die ein gefundenes Fressen für Bienen sind. Der Silberbaum vom Tafelberg in Südafrika ist das größte Exemplar, das es in Europa je gegeben hat. Sein wahrlich blendendes Aussehen begeistert Pflanzenliebhaber.

Von Südwesten weht fast immer eine frische Brise. Bei den milden Temperaturen wachsen auch die Agaven zu ungeahnter Größe heran. Dicke Felsen und Hecken müssen die Pflanzen vor den heftigen Winterstürmen schützen.

Aber auch Liebhaber von Skulpturen kommen in dem Garten auf ihre Kosten.



Pflanze

Inselrundfahrt

Die Fähren zwischen den Inseln verkehren mehrmals täglich zu verschiedenen Uhrzeiten, je nach Gezeiten. Von Tresco aus kann man entweder nach St. Martin’s im Norden oder nach St. Mary’s im Osten fahren. Auf der Fahrt nach St. Mary’s läuft die Fähre Bryher und St. Agnes an. Auf beiden Inseln gibt es nur wenige Häuser und Unterkünfte. Auch auf St. Martin’s liegt ein Hotel direkt am Sandstrand. Auf Bryher gibt es ein kleines Hotel an der Westseite und einige Bed-&-Breakfast-Unterkünfte. Gerade einmal 90 Einheimische wohnen dort. Auf St. Agnes sind es sogar nur 70. Einen Pub gibt es aber trotzdem oberhalb der Anlegestelle.

St. Mary’s

Die Hauptinsel St. Mary’s verzeichnet wesentlich mehr Besucher als die anderen Inseln. Hier verkehren auch Autos und Busse. Im Hafen wimmelt es nur so von Booten. Ein alter Doppeldecker tuckert rund um die Insel. Viele Häuser im Ort sind mit Blumen geschmückt.

Inselrundfahrten kann man auch mit einem Oldtimer von Dan Williams machen: einem 80 Jahre alten Riley. Dan Williams ist ein Original und zeigt den Mitfahrern alle Sehenswürdigkeiten der Insel – auch die kleine örtliche Brauerei. Einen Halt sollte man auf jeden Fall am alten Hafen machen, denn da gibt es im Old Town Cafe einen wirklich guten Tee.



Altes Auto auf Scilly

Seehundfelsen

Vom alten Hafen aus gehen bei gutem Wetter in einem Schnellboot Fahrten zu den Seehundfelsen im Osten. Susie und Mark Groves von „Island Sea Safaris“ fahren mit den Schnorchlern, die mit einem Taucheranzug ausgerüstet werden, zu den Eastern Rocks. Die Tour dauert circa zwei Stunden. Die Seehunde auf den Eastern Rocks sind sehr zutraulich und spielen unter Wasser mit den Besuchern.

Seehund auf Scilly

Anreise

Die Isles of Scilly erreicht man entweder mit dem Schiff vom Hafen in Penzance aus oder mit dem Hubschrauber von British Airways, der vom Heliport Penzance abfliegt. Fähre und Hubschrauber verkehren mehrmals täglich. Der Hubschrauberflug nach St. Mary’s oder Tresco dauert 20 Minuten, die Fähre von Penzance nach St. Mary’s circa drei Stunden. Von St. Mary’s aus gelangt man auf die anderen Inseln mit kleineren Fähren.

Autor: Rainer Nohn


Stand: 01.02.2010, 17:43 Uhr




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