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Erlebnisreisen
Sendung vom 29. November 2011
Kanada - Pioniergeist und Pulverschnee
Kanada ist das Land großer Mythen, ein Traumziel vieler deutscher Auswanderer und Gastgeber der Olympischen Winterspiele im Februar 2010. Während die Weltöffentlichkeit auf das Sportereignis in Vancouver und Whistler schaut, gibt es etwas abseits unzählige und auch bezahlbare Möglichkeiten für außergewöhnliche Winterferien in British Columbia, der westlichsten Provinz Kanadas. Der Pazifik bildet die Westgrenze, im Osten schließt sich die Provinz Alberta an.
Wir haben eine Rundreise durch British Columbia unternommen. Angefangen an der Pazifikküste und den Coast Mountains ging die Reise über Vancouver in den mittleren Teil der Provinz mit dem Skiresort „Sun-Peaks“, der Weinbauregion Okanagan-Valley und schließlich in die legendären Rocky Mountains, wo wir im „Backcountry“ eine typische Skifahrer-Lodge besucht haben.
Wer sich für einen Kanadaurlaub entscheidet, sollte mindestens zwei Wochen einplanen. Allein schon wegen der langen Anreise und der Zeitumstellung von neun Stunden bedeutet ein üblicher Sieben-Tage-Skiurlaub wohl eher Stress als Erholung. Vor allem kann man in Kanada natürlich so viel entdecken und erleben, dass man sich Zeit dafür nehmen sollte. Landschaften, Seen, schneebedeckte Pässe, gigantische Berge und vor allem Ruhe und Einsamkeit, wie man sie in den überlaufenen Alpen nicht mehr finden kann. Wer länger bleiben will, sollte jedoch bereits vorab buchen. Der Leihwagen ist zum Beispiel in Pauschalpaketen oft inbegriffen, die erste Tankfüllung inklusive. Wer erst vor Ort bucht, zahlt oft mehr und erhält weniger. Unterkünfte wie Motels und Hotels sind dagegen im Winter relativ leicht zu buchen, da die Jahreszeit trotz Wintersport dennoch als Nebensaison gilt. Außerdem gilt: Je stärker der Euro, desto günstiger ist das Preis-Leistungs-Verhältnis vor Ort. Durch den günstigen Wechselkurs für den Kanada-Dollar ist eine Reise zur Zeit relativ erschwinglich.
Mit einem Helikopter immer wieder zu neuen Tiefschneeabfahrten aufsteigen, das ist die wohl exklusivste und auch teuerste Form des Skifahrens, aber auch für alle Beteiligten unvergesslich. Die Heli-Skiing-Basis von Bella Coola befindet sich in einem Tal direkt am Pazifik. Und diese Lage macht das Vergnügen hier unverwechselbar: Während man durch den einen halben Meter hohen Pulverschnee zu Tal schwingt, geben die Berge hin und wieder den Blick auf den Ozean frei. Bis zu vier Gäste plus Ski-Guide fliegen im Helikopter mit, man hat die Berge also fast für sich allein. Die Routen werden von den Guides vorab auf ihre Lawinensicherheit untersucht. Dennoch trägt jeder Teilnehmer im freien Gelände eine komplette Lawinen-Sicherheitsausrüstung mit Suchgerät, Schaufel und Sonde für den Notfall bei sich.
Für die Unterbringung gibt es zwei Alternativen. Ein Mittelklassehotel in der Nähe der Heli-Basis und eine Luxus-Lodge mitten im Wald, in der die Gäste in privaten Blockhäusern wohnen. Wer sich also für diesen Spaß entscheidet, sollte inklusive der Flüge, des Guides und der Ausrüstung je nach Unterbringung pro Tag mit einem Preis von umgerechnet ab 800 Euro rechnen. Neben dem unvergesslichen Erlebnis sollte man auch bedenken, dass es gerade bei den Starts und Landungen sehr laut zugeht. Und als Umweltschützer sollte man sich Heli-Skiing ganz einfach verbieten.
Andreas Michels, Karl Waldhecker
Stand: 20.10.2009
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