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Weitere Ausflugstipps

  • SendeterminDienstag, 29. November 2011, 00.35 - 00.55 Uhr .

Olympische Legende in Sun Peaks

Von den Olympiastädten Vancouver und Whistler aus westlich liegt der Familienferienort „Sun Peaks“. Der Ort ist auch die Wahlheimat von Nancy Greene, Olympiasiegerin von Grenoble 1968. Sie ist das größte kanadische Skiidol überhaupt, man kann sagen, die „Rosi Mittermaier Kanadas“. Nancy Greene hat sich jahrelang für den Aufbau des Ski-Resorts eingesetzt und ist auch heute noch mit den Wintergästen unterwegs. Die ehemalige Skirennläuferin bietet täglich kostenlose Führungen für jedermann per Ski durch das Gebiet und über die Pisten von „Sun Peaks“ an. Ein großes Schild am Liftausstieg zeigt den Treffpunkt an, man kann den Platz gar nicht verfehlen. Die Tour mit Nancy Greene dauert etwa eine Stunde und ist eine gute Orientierungshilfe. Anschließend haben Skifahrer dann genügend Zeit und Möglichkeiten, um auf den Brettern ins Tal zu schwingen. Drei Berge in Ortsnähe sind für Skifahrer erschlossen. Und die Pisten führen alle ins Dorfzentrum. Eine kanadische Besonderheit ist das „Tree-Skiing“, also das Fahren durch Wälder und zwischen den Bäumen. Bei Einheimischen sehr beliebt, aber auch risikoreich. Darum sind die meisten Kanadier auf Skiern generell mit Helm unterwegs. Übrigens: Auch die österreichische Ski-Nationalmannschaft weiß die Pisten von Sun Peaks zu schätzen. Sie trainiert dort regelmäßig zu Beginn der Wintersportsaison.

Skifahren
Auch Sun Peaks bietet unterschiedliche Skipisten.

Ski-Straße im Ort

Der Ort ist zwar am Reißbrett geplant, hat aber durchaus eine Menge Flair. Sehr bequem für Wintersportler ist die „Ski-Straße“, die mitten durch das Dorf führt. Ob man zum Einkaufen, zum Imbiss, Friseur oder ins Café will, man kann alles per Ski erledigen. Natürlich sind auch die Hotels direkt an die Skiwege und Pisten angeschlossen. Ein Hotel wird von Deutschen geführt.
Winterferien in „Sun Peaks“ kann man direkt bei deutschen Veranstaltern buchen, es gibt einige Kanada- und Amerikaspezialisten. Das Basispaket mit einer Woche Übernachtung, Frühstück und Skipass gibt es bereits ab rund 400 Euro in der Nebensaison. Für den Flug muss man nochmals ab 500 Euro kalkulieren. Viele Informationen zum Skigebiet und auch zu allen anderen Regionen findet man im „Ski-Atlas Kanada & USA“ (siehe Lesetipps).

Wein im Okanagan-Valley

Ein Stück weiter südlich von Sun Peaks liegt das Okanagan-Valley. Dieses klimatisch etwas mildere Tal ist eine renommierte Weinbauregion. Viele europäische Einwanderer haben hier ursprünglich Weine aus ihrer Heimat, wie zum Beispiel Riesling, angebaut. Das Weingut „NK’Mip“ ist auf jeden Fall einen Besuch wert, denn es wird von „First Nations“, also den kanadischen Ureinwohnern bewirtschaftet. In einem angeschlossenen Museum erfährt man viel über die Geschichte des in dieser Region ansässigen „First-Nation-Stammes“.

Die Wildhorse-Ranch in Summerland

Wer sich für Westernreiten auf den Hügeln des Okanagan-Valley interessiert, sollte sich die Wildhorse-Ranch anschauen. Jochen und Brigitte sind aus Deutschland ausgewandert und haben sich mit der Ranch in den kanadischen Bergen ihren Lebenstraum erfüllt. Sie organisieren regelmäßig Ausritte für ihre Gäste, die auch in der Ranch in gemütlichen Doppelzimmern wohnen können. Die Ausritte bieten weite Ausblicke über die Bergrücken und in das Tal mit dem Okanagan-Lake.

Kicking Horse

Dieses relativ junge Skigebiet liegt bereits in den Rocky Mountains in der Nähe der Stadt Golden. Kanadas höchstgelegenes Restaurant liegt in rund 2.350 Meter Höhe auf dem „Eagles Eye“. Von der Sonnenterrasse hat man einen weiten Blick auf die Rocky Mountains. Wer Ski fahren will, kommt auf seine Kosten: Von dort aus geht es 1.200 Meter über gepflegte Skipisten talwärts. Es gibt hier Abfahrten aller Schwierigkeitsgrade, und direkt am Pistenende befindet sich die Skistation mit Einkehrmöglichkeiten und Unterkünften vom Apartment bis zum Hotel.

Wolf-Spaziergänge

Ebenfalls bei Golden liegt das Wolfgehege und Dokumentationszentrum „Northernlights“ der Tierschützer und Wolfforscher Casey und Shelley Black. Die beiden streifen regelmäßig mit zwei ausgewachsenen Wölfen durch die verschneiten Wälder. Sie haben ihre Arbeit dem Schutz dieser Tierrasse gewidmet. Sie möchten Aufklärungsarbeit leisten und zeigen, dass die Tiere nicht die Bestien sind, für die man sie hält. Und darum nehmen sie regelmäßig Gäste mit auf ihre „Wolf-Walks“. Da kann man den Wölfen Maya und Wiley aus der Nähe in die Augen schauen, man wird beschnüffelt, und nach einer Weile lassen sich die Tiere sogar berühren. Diese Begegnung kann Menschen verändern. „Für eine Besucherin ist diese Nähe zu den Wölfen das emotionalste Erlebnis gewesen, seit der Geburt ihrer eigenen Kinder“, erinnert sich Shelley. „Teach the Kids“, heißt ihr Programm, mit dem Shelley regelmäßig in Schulen Aufklärungsarbeit leistet.

Wölfe in Kanada
Casey und Shelley Black nehmen Gäste mit auf ihre „Wolf-Walks“.

Snowcat-Skiing in der Chattercreek-Lodge

Eine typisch kanadische Skivariante heißt „Snowcat-Skiing“. In vielen entlegenen Regionen befördern die Snowcats, also Schneekatzen (Pistenraupen) die Skifahrer auf die Berggipfel, von denen sie dann exklusiv und als erste durch den Pulverschnee gleiten können. Snowcat-Skiing wird da angeboten, wo es keine Skilifte gibt, und es ist eine echte Alternative zum Heli-Skiing, da man ständig auf ungespurtem Terrain unterwegs ist - eben der Traum vieler Skifahrer.

Schneeraupe in Kanadas Bergen
In entlegenen Regionen befördern die Snowcats, also die Pistenraupen, die Skifahrer auf die Berggipfel.

Chattercreek Lodge

Die „Chattercreek-Lodge“ liegt im Herzen der Rocky Mountains etwa 80 Kilometer vom Ort Golden entfernt. Es ist eine Region etwa so groß wie das Skigebiet Zermatt, in der man jedoch fast alleine Ski fahren kann, und in der man auf bis zu 3.000 Meter Höhe fantastische Ausblicke auf Gletscher und die Bergriesen der Rockys genießt.

In der Lodge arbeitet auch ein Deutscher. Chris ist gebürtiger Allgäuer, vor einigen Jahren nach Kanada ausgewandert und nun als einer von vielen Guides für die Gäste vor Ort zuständig. Die Tage dort haben einen festen Rhythmus: Tagsüber ist man mit Snowcat und Skiern unterwegs. Der Lunch wird mittags im Schnee zubereitet. Morgens und abends gibt es eine sehr gute Verpflegung im Haus. Die ehemals einfache Holzfällerbasis wurde nach und nach zu einem gemütlichen und luxuriösem Quartier umgebaut. Die maximal 36 Gäste wohnen in Doppelzimmern mit Bad. Nach dem Skifahren kann man sich in einem Outdoor-Whirlpool entspannen.
Snowcat-Skiing ist trotz der relativ hohen Preise in Kanada sehr beliebt. Man sollte also früh reservieren, denn die Pauschalpakete sind oft lange im Voraus ausgebucht. Ein Dreitagetrip in der Nebensaison kostet umgerechnet ab rund 850 Euro, die Anreise geht extra.

Reiseinformationen

Vom Flughafen Frankfurt geht es mit Air Canada oder Lufthansa regelmäßig nach Vancouver. Die Flugzeit beträgt bei einem Direktflug rund zehn Stunden.

Lesetipp

  • Christoph Schrahe
    Ski Guide Nordamerika
    Vista Point Verlag, 2008
    ISBN 978-3889732880
    Preis: 16,95 Euro

    Wer sich für Wintersport in Nordamerika interessiert, für den bietet der Ski-Atlas für Kanada und USA auf 280 Seiten fundierte Informationen zu allen Fragen rund um Ski fahren jenseits des Atlantiks. 100 Skigebiete werden vorgestellt. Außerdem geht der Guide auch ausführlich auf die Unterschiede des Skisports (z. B.: Pistenkennzeichnung, Fahren abseits der Piste) in Europa und in Nordamerika ein.

 

Autoren:

Andreas Michels, Karl Waldhecker

Stand: 20.10.2009


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