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Buchtipp vom 19.03.2008
Jenny Downham
Bertelsmann Verlag 2008
ISBN: 357001004X
Tessa Scott ist 16 Jahre alt und hat Leukämie. Unheilbar. Sie und ihre Familie wissen, dass sie nur noch ein paar Monate zu leben hat. Die Familie: ihr kleiner Bruder Cal, der nicht versteht, was sterben ist, ihr Dad, der aufgehört hat zu arbeiten, damit er Tessa zu Hause betreuen kann, die Mutter, die die Familie wegen eines anderen Mannes verlassen hat. Tessa ist jung, aber sie will noch ein großes Stück Leben, bevor sie stirbt. Auf eine Liste schreibt sie zehn Dinge, die sie unbedingt noch tun will. Sex haben, Drogen ausprobieren, einen Tag lang zu allem ja sagen, die Familie wieder vereinen, Liebe… - was sie bekommt, was ihr versagt bleibt, davon erzählt dieses Buch. Es erzählt auch eine Geschichte vom Sterben – bis zum letzten Augenblick.
Jenny Downham, Schauspielerin, allein erziehende Mutter, die mit ihren beiden kleinen Söhnen in London lebt .Sie war arbeitslos, hat von Sozialhilfe gelebt. Vormittags, wenn die Kinder in der Schule und im Kindergarten waren, hat sie dieses Buch in einem Café geschrieben. Vom Erfolg wurde sie völlig überrascht.
Ich habe nah am Wasser gebaut, lasse mich manchmal von zuviel Gefühl einfach wegtragen. Könnte sein, dass mir deshalb beim Lesen die Tränen gekommen sind. Könnte aber auch sein, dass dieses Buch wirklich ein sehr beeindruckendes ist. Nicht , weil der Tod beständig nah ist, sondern weil man die inständige Sehnsucht nach Leben in sich selbst spürt. Wofür sich andere Mädchen Zeit lassen können, den ersten Kuss, die erste große Liebe, Sex, das versucht Tessa in die paar Monate Leben zu packen , die ihr bleiben. Bei aller Traurigkeit schwingt beim Erzählen viel Humor mit. Der kleine Bruder, der seine Schwester oft ziemlich blöd findet. Egal, ob sie nun stirbt oder nicht. Der Vater, der nicht nur geduldig ist, sondern irgendwie auch noch versucht, seine Tochter zu erziehen. Die Mutter, die mit ihrer praktischen Lebensfreude alles ein bisschen heller macht. Die Missverständnisse beim Liebemachen. Und bei der Liebe. Am Ende dieses Buch wird auch Tessas Ende beschrieben. Nichts, wovor man sich fürchten muss. Im Gegenteil. Es ist bewegend, intensiv, nah und wahr. Um es gut zu beschreiben, fehlen mir die Worte, das kann die Autorin so viel besser.
Das Buch (und die Erfolgsgeschichte der Autorin).
Nichts, nicht einmal der Tod, der immer gegenwärtig ist.
Christine Westermann
Stand: 18.03.2008