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Sendung vom 08. September 2011
Die Lust in der Nacht
Kurz nach 21 Uhr treffen wir Minou am Bahnhof in Köln, sie
springt in die Rikscha, um sich vor ihrem Kekskonzert inspirieren
zu lassen. Die Nacht ist eine Tageszeit die ihr ein bisschen Angst
macht, sie aber auch fasziniert. Sie ist sehr gespannt, an welche
Orte wir sie bringen.
Erste Station ist die Hohenzollernbrücke, wo Liebespaare ihre
Schlösser anbringen. Es ist leicht windig, die Möwen
über uns kreischen, Minou ist erstmal sprachlos. Sie hat die
Schlösser schon kurz gesehen, als sie mit ihrem Zug in den
Kölner Bahnhof fuhr, aber jetzt so nah dran, sieht sie erst
mal wie viele es sind und muss gleich das erste Foto machen. Danach
geht es rund um den Dom, rauf aufs Dach sowie in die
ungewöhnlichste, und wahrscheinlich schönste,
Herrentoilette in Köln (im Savoy Hotel.) Dann wird es auch
schon langsam Zeit, sich auf den Weg zur fiffi Bar zu machen, denn
da wartet schon ihr Musiker mit seiner Melodika. Vorher holt sie
sich noch eine Portion Glück bei Tünnes und
Schäl.
Besonders nachts kommen Minou auch Ideen für ihre Songs, oft
sogar im Traum, an den sie sich meistens morgens noch erinnern
kann. Sie kann sich vorstellen, auch über die Rikscha Fahrt in
Köln ein Lied zu schreiben, Ideen hat sie während der
Fahrt viele gesammelt.
Kekskonzerte von Minou haben schon an den unterschiedlichsten Orten stattgefunden, in Fotoautomaten oder im Gewächshaus. Heute spielt sie in der fiffi Bar in Köln und diesmal ist das besondere die Zeit, denn tagsüber oder abends spielt sie regelmäßig, aber nachts noch nie. Es ist Donnerstag, also unter der Woche, da wird es dann auch in Köln in den Bars langsam leerer, deshalb sind nicht mehr ganz so viele Leute da als wir ankommen, um halb eins. Aber das stört Minou nicht, nur kurz noch mal über die Haare gehen und ein bisschen nachpudern, dann legt sie los, spielt zwei Songs und verteilt natürlich ihre Kekse. Es gibt Applaus und die Gäste sind sich einig, Minou soll ruhig mal wieder kommen.
Auch für das Team war es ein besonderer Ausflug, lange
haben wir gebangt, ob das Wetter mitspielt. Wie oft wir vorher auf
den Wetterbericht geschaut haben, ist glaube ich nicht mehr zu
zählen. Für den Dreh waren wir dann mit zwei Rikschas
unterwegs, damit wir Kamera und Ton und die ganze Ausrüstung
mitbekommen und auch während der Fahrt Aufnahmen machen
konnten. Trotzdem war für mich als Autorin kein Platz, deshalb
bin ich auch noch zusätzlich mit dem Fahrrad nebenher
gefahren, ein sehr lustiger Tross, der da donnerstagabends durch
Köln rollte.
Schnell haben wir uns von Minou begeistern lassen, die sehr
neugierig ist! Es hat Spaß gemacht, sich für sie
Überraschungen auszudenken. Mein Fazit nach dem
ungewöhnlichen Ausflug: Mit der Rikscha durch die Nacht zu
fahren war besonders, denn viele Orte an denen ich tagsüber
schon oft war, haben da ganz anders gewirkt. Und auch der besondere
Charme von Minou hat etwas bei mir ausgelöst, nämlich die
Gewissheit, dass man sich ein bisschen Kind sein bewahren
sollte!
Ute Schneider
Stand: 09.09.2011
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