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Sendung vom 22. September 2011
Frauen und Rente
Dass Frauen sich nicht gerne mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen, ist nicht neu. Eine Studie des Hamburger Welt Wirtschafts Instituts (HWWI) hat in Zusammenarbeit mit einer Versicherung herausgefunden, dass sich seit rund 20 Jahren daran fast nichts geändert hat. Die meisten Frauen gehen zwar davon aus, dass die gesetzliche Rente nicht reicht. 94% stimmen sogar zu, dass für die Absicherung im Alter eine private Altersvorsorge nötig ist. Trotzdem legen fast 40% aller Frauen gar nichts oder weniger als 50 Euro im Monate für ihre private Altersvorsorge zurück. Dabei sollten gerade Frauen sich um ihre Rente kümmern, denn wenn man sich die Renten anschaut, bekommen Männer fast doppelt soviel Rente wie Frauen (alte Bundesländer 2007, Frauen im Durchschnitt 511.- Euro Rente, Männer 981.- Euro).
Frauen finden immer wieder Ausreden, um sich vor dem Thema Altersvorsorge zu drücken. Helma Sick ist Finanzberaterin und kennt diese Ausreden „Dazu kommt noch, dass Frauen sich sowieso nicht gerne mit dem Thema älter werden beschäftigen“, sagte sie. Aber gerade Frauen sollten sich damit beschäftigen, denn Frauen leben länger und haben meist weniger Arbeitsjahre als Männer, das bedeutet auch wesentlich weniger Rente im Alter. Hinzu kommt, dass bei steigender Scheidungsrate die Absicherung durch den Mann keine wirklich sichere Variante mehr ist.
Sich mal ein bisschen Zeit für das Thema Rente nehmen und
einen Kassensturz machen. Das heißt schauen, was haben Sie
bisher.
Von der deutschen Rentenversicherung bekommen Sie 1x im Jahr eine
Renteninfo. Auch Versicherungen schicken 1x im Jahr Infos,
über das was angespart ist. Das rechnen Sie dann alles
zusammen und kommen auf die Summe, die Sie voraussichtlich als
Rente zur Verfügung haben werden.
Man geht davon aus, dass Sie im Alter ca. 80% ihres letzten
Monatsgehaltes benötigen werden. Das heißt Sie
müssen schauen ,was verdienen Sie jetzt und dann hochrechnen,
wie viel wird das ca mit 67 sein (man rechnet 1,5% jährliche
Lohnsteigerung).
Und jetzt haben sie zwei Zahlen die sie gegenüberstellen: Was
werde ich bekommen an Rente und was werde ich voraussichtlich
ansparen. Bei einigen wird sich da eine Versorgungslücke
zeigen, sprich sie sparen weniger, als sie im Alter brauchen. Die
gilt es dann zu schließen.
Hier noch mal ein Rechenbeispiel (Quelle: Schöne Aussichten
von Helma Sick):
Anna G 39 verdient zur Zeit netto ca 1.700 Euro
Das wären dann hochgerechnet auf 67 (+1,5% im Jahr) 2.579
Euro
Davon braucht sie 80% fürs Alter ca 2.000 Euro
Bisher hat sie durch gesetzliche, private und betriebliche
Altersvorsorge voraussichtliche 1.550 Euro im Monat. Damit
gäbe es eine Versorgungslücke von 450 Euro, die sie
schließen sollte.
Wer sich da nicht alleine rantraut, der sollte sich nicht scheuen
sich beraten zu lassen.
Nicht jeder hat Sparpotential, aber viele Frauen kennen sicher die Fallen, auf die die Finanzberaterin Helma Sick aufmerksam macht: Der Coffee to go, das Fitnessstudio, die Antifaltencreme ...Ihrer Meinung nach ließen sich oft bis 5 Euro am Tag einsparen. Das wären im Monat dann rund 100 Euro. Und wenn die eine heute 30-Jährige monatlich bis 67 sparen würde, kämen(bei heutigem Zinsansatz) rund 100.000 Euro zusammen. Wer erst mit 50 anfängt, der kommt nur auf rund 27.000 Euro zusätzliche Rente. Grundsätzlich gilt deshalb je eher je besser! Und je später Frau anfängt, je mehr muss sie zurücklegen, damit sie noch sinnvoll etwas für die Rente sparen kann.
Grundsätzlich muss jede Frau schauen, welcher Mix für sie am Besten ist. Für viele Frauen (besonders mit Kindern) ist sicher die Riester Rente sinnvoll, denn da gibt es Förderung vom Staat und der Beitrag kann der Lebenssituation angepasst werden (z.B. bei der Elternzeit kann der Beitrag auf bis zu 60 Euro im Jahr reduziert werden) und trotzdem gibt es die volle staatliche Förderung. Für Selbstständige ist es interessant, sich über die Rürup Rente genauer zu informieren. Und dann gibt es natürlich noch private Rentenversicherungen oder Fonds, Aktien, Wertpapiere. Das klingt jetzt schon wieder ein bisschen kompliziert, aber es lohnt sich, sich einmal etwas ausführlicher mit dem Thema Rente zu beschäftigen. Gerne auch mit fachlicher Unterstützung. Und wenn sie dann den richtigen Mix für sich gefunden haben, läuft der Rest fast wie von selbst ;-)
Helma Sick und Renate Fritz:
„Schöne Aussichten - Keine Angst vorm Alter! Wie Frauen
finanziell am besten vorsorgen“
Diana Verlag, ISBN: 978-3453354487
223 Zeiten die auch für Finanzmuffel gut zu lesen sind, sogar
zum schmunzeln anregen und am Ende 10 Regeln haben, die zum Erfolg
führen. Guter Überblick zum Thema Altersvorsorge mit sehr
anschaulichen Beispielen.
Ute Schneider
Stand: 21.09.2011
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